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1 (1853)
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

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Dichtungen bisher noch dunkel nnv räthselhaft war, die Erklärung weit-her in anderen Fächern zu suchen. Indem es uns in den verschiedenstenPunkten ein überraschend Helles Licht anzündet, gibt es uns zugleicheinen Aufschluß über die Beurtheilungsart der Ritterromane in jenerZeit ihrer schönsten Blüte selbst, die, wenn sie nicht allgemein gültig ist,doch immer die Ansicht einer unverächtlichen Klasse von Lesern ausspricht.Der Dichter ist Thomasin von Zireläre aus Friaul. Er schrieb inwälscher Sprache ein (verlorenes) Werk über höfische Sitte, woraus Eini-ges in das deutsche Gedicht ausgenommen ward^), das er, noch nichtdreißig Jahre alt, im Laufe des Jahres 1216 (10 Bücher in 10 Mo-naten) schrieb und seiner Geburt wegen den wälschen Gast benannte.Wenn Walther von Metz, der Dichter des encyelopädischen Werkesimago äu mouäe (1245), derselbe sein sollte mit unserem tirolischenMinnedichter des gleichen Namens, was freilich nicht sehr wahrscheinlichist, so wäre dies ein weiteres Beispiel von einem Schreiber zweierSprachen in diesen Grenzlandcu. Daß Thomasin ein Italiener und inder Lombardei wie zu Hause war, ist aus seinen geschichtlichen und ört-lichen Kenntnissen klar; er bittet um Nachsicht mit seiner deutschen Rede,in der ihm wohl einmal die Worte für entlegenere Gegenstände fehlen.Uebrigens schreibt er Deutsch nicht allein ohne sprachliche Fehler, son-dern auch aus der Fülle des Herzens: nur daß ihm der zierlichere Stilder höfischen Dichter abgeht, daß ihm ungenaue Reime entschlüpfen,daß er mundartliche Eigenthümlichkeiteu der österreichischen Grenzlandeverräth.

Gleich im Eingang deö wälschen Gastes gibt Thomasin das Ver-hältniß seines Werkes zu den Dichtungen seiner Zeit an: nachdem erlange den poetischen Preis edler und schöner Thaten gehört, so wolleer nun verkünden, was Tugend, Frommheit und Zucht sei. DieMährchen und Abenteuer der ritterlichen Dichter sind ihm wie Bilderund Beispiele, an denen man die junge Einbildungskraft schulen mag,die aber dem gerechteren Alter unzulänglich sind. Bon diesem Gesichts-punkte aus warnt er vor den Geschichten von Helena und jedem anderenbösen Vorbild, und empfiehlt stets das Beste zu lesen; die Jungfrauenmöchten von Andromache hören und Enite, von Penelopen und Oenoe,

387) De» Geschlechtsnamen Circlaria hat Karajan in Urkunden des 12. Jahrh»nachgewiesen in Haupt'S Zeitschr. 5, 242.

388) V. 1173, ^Isö ik >ian Iiie von geseit na ininein bnoeli von <!en Iiülsctieit,

teil rvetidisclien Iiü» xoinaln.

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