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1 (1853)
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428
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

das ähnliche in prosaischer Form, die Deutschen haben, außer demschwächeren Seitenstück der Winsbekin, den Segen des Tobias, dieLehren des Königs Tyrol^) und mehrere Nachahmungen dieser Artz. B. in Ulrichs Alexander am Ende, in einem Gedichteder Tugend-spiegel."

Diese Form ist wohl gewiß den Distichen entlehnt, die unter demNamen des Cato gehen, einem mittellateinischen Spruchgedichte,für das sich sichere Zeugnisse im 8. Jahrh. finden und das, wie frühererwähnt wurde, schon von Notker übersetzt worden ist, wahrscheinlich inProsa. Die ritterliche Zeit übersetzte es in Verse und gab damit einenAnstoß zu der fruchtbarsten Ausbreitung dieses Merkchens in den nächstenJahrhunderten. Die älteste Uebersetzung^) ist dem Inhalte nach nichtvollständig und nach Sinn und Anordnung sehr frei; die Besonderheit,die Färbung und Einkleidung des Originals verwischt sie, wie alleUebertragungen älterer Poesien in diesen Zeiten thun. Sie ward dieUnterlage einer Menge späterer Bearbeitungen, die bald diesen erstendeutschen Cato durch Verkürzungen, Umstellungen, Einschiebungcn nochmehr vom Original entfernen, bald ihn mit Heranziehung des lateini-schen Textes zu einer treuem Übersetzung umgestalten, welche Bearbei-tung dann wieder ihre eigenen Veränderungen durchmachte. DieseSprüche empfahlen sich der Folgezeit mehr als der Winsbcke, weil sievon keinem bestimmten und besondern Stande ausgehen; ans der an-deren Seite sind sie weit mehr als der Winsbeke von einem besondernInhalte, weil sie neben der inneren Sitte auch die äußere Anstandsregelberücksichten, so daß in die späteren Bearbeitungen ein ganzes Gedichtvon der Tischzuchteingeschoben werden konnte. Auch Stücke aus

38S) Der König Tyrol von Schotten und sein Sohn Fridebrant sind Figuren, dieauch einem erzählenden Gedichte zum Gegenstände dienten, auf welches mehrfache Be-ziehungen eristiren, und wovon I. Grimm geringe Fragmente bekannt gemacht hat, inder Strophe des Lehrgedichtes, das aus der guten Zeit des 13. Jahrh. und älter istals das epische Fragment. S. Haupt'S Zeitschr. I, 13» Wolfram in Parzival bringtdiese Namen in Verbindung mit den Geschichten Garmnrets, während sie sich auch mitder Kudrunsage berühren.

383) Druck aus der ältesten Hs. des S. Jahrh. in Z arn cke, der deutscheCato. x. 174 ff.

384) Nus der Melker Hs. von Hoffman» in den Altd. Blättern; und bei Zarncke

!>. S7 ff.

385) Das Vorbild desselben ist die Tischzucht in Haupt'S Z. 6, 488, die ausTanhäuser'S Hofzucht (s. oben) beruht.