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1 (1853)
Entstehung
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Gottfried von Straßburg.

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keit er seine Verse und Reime in einander schlingt und mit seinen künst-lich und kühn zugleich gebauten Perioden das Eintönige dieser VerSartfast vertilgt, welcher ungehemmte Fluß der Gedanken ihm mit welcherFülle und doch Regelmäßigkeit entströmt, und wie wenig er von demZwang, der Aengstlichkeit, dem erkünstelten Schwung der übrigen hat,wie im Gegentheil die größte und leichteste Redseligkeit und Weichheit,die an und für sich gerade auch nicht zu loben ist, gleichsam durch seinenPlan und Gegenstand ebenso gerechtfertigt wird, wie die planlosen Aben-teuer im Parzival. Allein sein Vortrag wäre offenbar das Geringste,wenn nicht hinzukämc, daß Gottfried der ganzen herkömmlichen Dich-tungöweise geradezu entgegcnträte und oft den beißendsten Spott geradeüber die herrschendsten Eigenheiten jedes ritterlichen RomancS ausgösse,die auch im Parzival noch so vielfältig begegnen. Bekanntlich ist die Artder beschreibenden Dichtkunst, die prächtige Gegenstände oder glänzendeAnzüge und Waffen oder die schöne Körperbildung eines Menschen mitAnfzählen der einzelnen Theilc derselben zu schildern sucht, eine Manier,die durchaus jede Wirkung verfehlt, und der ein Homer, wie Lessing imLaokoon gezeigt hat, mit merkwürdigem Feinsinn überall aus dem Wegegeht. Diese Manier herrscht in allen ritterlichen Dichtern in der über-triebensten Weise. Gottfried ist der erste und letzte, der dies fühlte, jaeinsah, obwohl die Ueb ertreib ung en dieser Art auch schon Wolframausgefallen waren. Wo er seinen Tristan und Rual zur Schwcrtlcitekleiden und festlich schmücken will, war die bequemste Gelegenheit, der-gleichen anzubringen, allein er umgeht das Herkommen und setzt eineAllegorie an die Stelle, indem er den geistigen Schmuck und den Zieratder Seele seines Helden zeichnet. Dabei läßt er mit der ihm eigenenMilde den Dichtern die Gerechtigkeit widerfahren, daß man überall vonweltlicher Zierde so schön gesungen habe, daß er mit zwölffachem Talentenicht erreichen werde, was man Herrliches gesagt. Dies schwankt zwi-schen Spott und Anerkennung und kann beides zugleich sein sollen, weilin der That an solche Stellen oft der schönste Fleiß der besten Dichterverschwendet ist. Gottfried bahnt sich daher einen ganz neuen Weg zurVerherrlichung seines Festes, indem er gleichsam die berühmtesten Dich-ter seiner Zeit in die Gesellschaft ladet, in jener berühmten auch vonAnderen uachgeahmten Stelle, der wir so manche schöne Künde verdan-ken, die wir der außerordentlichen Feinheit und Bestimmtheit der Charak-teristiken wegen so sehr bewundern, so daß wir z. B. aus seiner Schil-derung von dem duftigen und harmonischen Gedichte des Blikker von