Gottfried von Straßburg.
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Zuständen des reinen Ritterthums entfernte, desto klarer ward dieser Wider-spruch und desto häufiger werden wir künftig auch von viel unbedeuten-deren Dichtern Züge des Scherzes und der Gegensätze angewandt finden.Je Heller die späteren diese Welt überschauten, desto entschiedener wähl-ten sie die ironische und launige Darstellung mit Absicht. So in vcr-hältnißmäßiger Steigerung Ariost und Wieland. Bei Wieland ist dieAbsicht, lachen zu machen; Ariost will nur heiter halten; Wolfram,indem er, ohne irgend einen dieser Zwecke zu haben, klar und einfach dieNatur seines Vorwurfs auffaßt, macht durch eben diese treue Schilderungdieselbe Wirkung, die eine ruhige Beobachtung des jungen Menschen inden Tölpeljahren auf uns macht, er hält zwischen Lächeln und Rührung;und das ist auch die Wirkung vieler Romane Jean Pauls, der ebendarum eine so seltsame Erscheinung ist, weil er frühzeitig reif mit einemwunderbaren Bewußtsein dieses streitende Wesen der ersten JünglingS-jahre ins Auge faßte, ja zergliederte, und durch alle seine Werke fasthindurchspielcn ließ. In Wolfram's Schreibart herrscht bald eine rüh-rende Einfalt und Unschuld, bald die Heiterkeit Gottfried's; dann abersind bei ihm, in seinen Gleichnissen und Bildern, durch das Zusammen-halten des Sinnlichen und Uebersinnlichen, die Elemente zum Witz gege-ben, wie in ähnlichen in sich widerspruchsvollen Handlungen und Be-gebenheiten die zum Humor. Bilder und Vergleichungen sinnlicher undunsinnlicher Gegenstände sind in Wolfram's Dichtungen, und in andererArt in Jean Paul, eben so gewöhnlich, wie sie bei den Griechen uner-hört sind. Bei Wolfram aber ist viel Komisches eigenthümlich, wie erz. B. das Jean Paulische „Ungleich" launig anwendet: „Ist etwas lich-ter als der Tag, dem glich nicht Belaeane (die Mohrin)." Anwendungeines Besonderen statt eines Allgemeinen, eines NamenS für eine Gat-tung steigert die komische Wirkung; dergleichen findet sich mehrfach, wiewenn er von einem seiner Helden sagt: „Wo der Gefecht zu findendachte, da mußte mau ihn binden, oder er war dabei; nirgends ist derRhein so breit, sah er am andern Gestade kämpfen, er würde das Badnicht scheuen." Seine Uebertreibungen zielen bei ihm auf komische Wir-kung ; Gynover bringt cs bei Artus dahin, daß Segramors mit Parzi-val kämpfen darf, „es fehlte nichts, als daß er vor Liebe zu ihr gestorbenwäre." Wenn beim Homer Ajas mit einem Esel verglichen wird, denktgewiß Niemand an Muthwillen des Dichters; aber ganz anders, wennWolfram Gesicht und Wuchs seiner Heldin mit Hasen und Ameisenvergleicht; oder die Arabel an Sanftheit mit einem jungen Gänselein,das „an dem Angriff linde" ist. Wenn er den lächerlichen Gegensatz