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1 (1853)
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408
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

5. Gottfried von Straßbnrg.

Berühmt ist jene Stelle im Tristan^) (der um 1210 gedichtetist), in der Gottfried von Straßburg mit einer Hindeutung aus diedunkle Einleitung in den Parzival dem Wolfram von Eschenbach gcgen-übertritt, ihm gegen Hartmann den dichterischen Ehrenkranz weigert, undsich scharf gegen den barocken Vortrag und das Trockene und Dunkle derWolframischen Manier erklärtes. Wie in den Fröschen des Aristo-phanes Euripidcs dem tiefsinnigen AeschyloS die Gewalt seiner Spracheund die ihm unverständlichen Bilder und Anspielungen vorwirft, so auchGottfried dem Wolfram, dessen glühende Phantasie immer gewaltigeBilder entwarf, fernliegcnde Dinge in Gleichnisse band und für neue undfremde Gedanken eine neue und schwierige Sprache erschuf, währendGottfried an den ächten Dichter verlangt, daß er in schlichter und ein-facher Rede spreche, an der ein Mann mit schlichten geraden Sinnennicht strauchle. Keine Forderung ist gerechter als diese; kein Fehler über-natürlicher und verzeihlicher, als der gerügte in einem Manne wie Eschen-bach. Wenn wir uns den Dichter des Parzival ins Gedächtniß zurück-rufcn, dem der Widerspruch nicht entging, der zwischen der innerenträumerischen Welt des Gemüths und dem äußeren Leben ist, so werdenwir sogleich begreifen, daß diese Einsicht sich irgendwie in seiner Dar-stellung nicht minder abspiegeln werde als in seinem Entwürfe. Je mehrsich die Zeiten über sich selbst aufklärten, je mehr man sich aus den alten

374) Ausgaben von v. der Hagen 1823 ; von Maßmann 1843; übertragen vonHermann Kurtz 1844.

375) Tristan, v. d. Hagen 4663. Maßmann 118, 25 ff.

Vindsere wilder Meere, der msere wildeneere,

die mit den Icsteaen liegent und stumple sinne triegent,'.die galt von swaeben soeben den binden bunneePnaeben,und ur der bübsen gieren stoubins mergrieren:

die berat uns mit dem stoebe sebate, llilit mit dem grüenea lindsnblate,

mit rwigea noeli mit esten; ir sebate der tunt den gvsten

vil selten in den äugen wol. ob man der wärbeit jeben sol,

dane gät nibt guotes muntes van, dune Iit nilit kerrelustes an:

ir rede ist nilit also gevar, dar edel berre idt laclie dar.

die selben wildeneere, si müeren tiutsere

mit ir mseren laren gan e wir mugen ir da näcb nibt verstau,

als man si beeret unde sibt: so enban wir oueb der muore nibt,

dar wir die glüse suoeben in den swarren buoeben.