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1 (1853)
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406
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Blute der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

bat. Wir geben übrigens auch auf den Willehalm nicht näher ein, weiler unvollendet ist und Plan und Anlage, die bei Wolfram die Haupt-sache ist, hier nicht überschaut werden kann. Aus den deutschen Fort-' setzungen laßt sich natürlich nicht auf des Dichters Auffassung der Sagezurückschließen. Ein Ulrich von Türlein hat dem Willehalm den Diensterzeigt, ihn von vorn zu ergänzen^), ein elendes, kaltes und mitSchweiß-und Mühe ausgekochtes Ding; und Ulrich von Türhcim hatteschon um 1242 das Ende weder in Wolfram'ö Geiste noch Manier hin-zugedichtet, zwei Arbeiten, die wir gelegentlich noch kurz erwähnen.Auch wenn wir sic ausscheiden, so bleibt doch der Willchalm in jenerungeheueren Breite uns beschwerlich, die den französischen Romanen eigenist. Wolfram hat die wichtigste Branche des ganzen Sagenstammes,die Schlacht von ArleschanS, (in den sogen, elyscischen Feldern bei Arles)ausgehoben; dadurch ist denn jenes lästige Namen- und Völkcrgcwirr,die ungeheueren Erweiterungen der Schlachtbeschreibung im Roland-gcdicht zum Hauptinhalte geworden, wie in den Titurelschlachten, wieim Ruother und Wolfdicterich der deutschen Sage. Außer Schlacht undBelagerung finden wir daher im Willehalm nichts, als das nicht sehrrühmliche, noch auch sehr fein gehaltene Verhältnis! des Wilhelm zuArabele, die Vater und Gatten und Kinder und Götter verlassen hatte,um dem Christenthum und dem christlichen Gatten anzugehören, ein Ver-hältniß, das unter Veränderungen ein stehender Artikel in den französi-schen Romanen dieser Klasse ist, so wie wir überall in den späterenGedichten aller Stämme, an denen die Erdichtung Theil hatte, Wieder-holungen dieser Art fanden. Das hier erwähnte hat etwas beleidigendes,da die Entschuldigung solcher Schritte mit dem Christenthumc nothwcndigzu so sittenlosen und frechen Dichtungen, wie z. B. die Heidin ist^),führen mußte, obgleich sonst in dem Willehalm eine mildere Ansicht vondem Hcidenthume herrscht als in der Roncevalschlacht. In einemFürstenrathe vor der Schlacht spricht Arabele zu den Rittern und ermahntsie der Heiden zu schonen. Ein Heide sei der erste Mensch gewesen, undEliaS und Enoch, Noah und Hiob, die Gott darum nicht verstoßen;von den drei Königen aus dem Morgeulande habe Gott an Mutterbrustseine ersten Gaben empfangen. Der allerbarmcnde Vater könne nichtseine Kinder zum ewigen Verderben bestimmt haben; die Menschen seien

372) In CaSparson's Ausgabe. Bd. 1. Wolfram hatte mehreren Aenßerungenzufolge diese Anfänge absichtlich weggelassen.

373) Gesammabenteuer I, 38343S.