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1 (1853)
Entstehung
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387
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Wolfram von Eschmbach.

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samkeit die ihm Kiot lieh, vielleicht noch in erhöhtem Grade auch beidiesem (obwohl er gegen Chreticn^) polemisirte), ein Gewirr unver-ständlicher, schlecht verbundener Fabeln, deren geheimen Sinn selbstWolfram nicht verstand, der sich wohl darum die ansprechendere Episodevon Parzival zu abgetrennter Behandlung herausnahm.

Wir finden im Parzival ein ursprünglich einfaches britisches Mähr-chen plötzlich zu einer Dichtung von weitem Umfang und von größeremAnspruch angcwachsen; wir erklären es uns aus dem Zusammenschußverschiedener Sagen, wozu die Briten, Niederländer, Franzosen und Spa-nier, alle Anwohner des Wcstmeers, gesteuert haben mögen. Die so zu-sammengesetzte Dichtung war keines Volkes nationales Eigenthum; nureinzelne geringe Theile mochten in langer Ueberlieferuug wurzeln; keinfester, unantastbarer Kern einer alten Volkssage, wie in der Ilias oderin den Nibelungen, hielt chrfurchtgcbictend von willkürlichen Aenderungcnab. In Frankreich hat selbst die nationale fränkische Sage im Lauf des12. Jahrh., in einer Zeit großer Thaten und einer literarischen Blüte, diean üppiger Fülle kaum irgendwo ihres Gleichen hat, die ungeheuersten An-sätze und Zuwüchse durch willkürliche Erfindungen der Jongleurs erhalten;kein Wunder, daß diese fremden Sagenstoffe der freiesten Willkür verfielen,wo keine Handlungen von nationaler Bedeutung, keine festen Gestaltenim Gedächtniß des Volkes fortlebender Helden hindernd entgegenstanden,wo die Dichter bloße Nebclfigurcn trafen, denen sie jede beliebige Seeleeinhauchen konnten. Hier sind daher die neuesten Begebenheiten undZustände, die die Dichter des 12. Jahrh. umgaben, unverholen in ein-zelne überlieferte Abenteuer eingetragen, und die jüngsten Richtungenund Bestrebungen im Ritterstande haben das Werthvollste zu dem In-halte des Parzival hcrleihen müssen. Wir stehen daher in dieser und denähnlichen Dichtungen im stärksten Gegensätze gegen jene alten Volksepcn,in denen die Handlungen sich, gleichsam ohne Zuthat des Dichters undohne alles sein persönliches Erscheinen im Gedichte, aus sich selbst ent-wickeln. Von dieser Gegenständlichkeit aller antiken Kunst und aller äch-ten Volksdichtung machen wir in diesen Kunstepen den Sprung zu dervollendetsten Subjcctivität der neueren Dichtung. Im Parzival und Tri-stan leihen die deutschen Dichter ihre eigenen Weltanfichten ganz unver-holen ihren Helden; im Tristan zieht durch Gottfried's Kunst das ge-treueste Abbild des gegenwärtigen Lebens ein, im Parzival das der

Z05> Parzival 827, 1.

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