Wolfram von Eschcnbach.
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allen Zeiten einer hohen Bildung sichtbar wird, zwischen der strengerenLebensansicht, die im Sparen der Bedürfnisse, nnd der leichteren undgefälligeren, die im Ncichthnm der Bedürfnisse und deren Befriedigungdas Heil und Glück der Menschen sucht.
4. Wolfram von Eschenbach.
Der Plan dieser Geschichte mag eö entschuldigen, wenn wir an denwenigen Nachrichten, die uns über die LebenSnmstände Wolfram'svon Eschen bach erhalten sind, mit einer bloßen Verweisung^ Vor-beigehen ; die Lcbcnsgcschichten der Dichter können in der DichtungS-geschichtc nur daun von Interesse sein, wenn sic einen deutlichen Einflußauf ihre Werke verrathen, was hier nicht der Fall ist. Auch über dieQuellen der Sagen, die in Wolfram's und Gottfried'S Gedichten erzähltsind, gehen wir um so schneller hinweg, je weniger die alte und ursprüng-liche Gestalt der Sagen in der freieren Behandlung dieser größeren Gei-ster zur Frage kommt, bei dem die dichterische Form über den Stoff an-fängt ein Recht anzusprechen.
Was zunächst den Parzival angeht, das Hauptwerk unseresWolfram, so hat über keine Sage des Mittelalters größere Verwirrunggeherrscht, als über die Gralsage, die den Mittelpunkt der Erzählungenvon Parzival bei Chrctien von Troyeö wie bei Wolfram bildet; keineder ritterlichen Dichtungen hat der Tiefsinn unserer Sagenforscher mit soabenteuerlichen Erklärungen verdunkelt, wie Görres und seine Nachfol-ger den Parzival und die Gralmythc. Erst neuerdings ist durch die Auf-hellungen der bretagnisch-wälschcn Dichtungsgcschichte etwas mehr Lichtin das Verhältniß dieser Sagen gekommen. Es hat vor Allem klar ge-macht, daß beide Sagen vom Gral und von Parzival ursprünglich ge-trennt waren; daß sich die Erzählungen, in denen wir beide znsammcn-geflossen nnd noch mit anderen Sagen verbunden finden, erst spät, im12. Jahrh. gebilvet haben ans den dürftigsten Anfängen roher wälscherUeberlicferungcn. Durch diese Aufklärungen hat die ganze Richtungunserer deutschen Sagenfvrscher, nach der sie gerne im Hintergründe
3SV) Auf einen Aufsatz von v. d. Hagen ln der Sammlung seiner MinnesingerTh. Bergl. die Einleitung zu der Uebersetzung des Parzival von San Marte.I83K; und das Leben Wolfram's in dessen S. Theil, Buch.