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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
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der es in Anspruch nimmt und ihn ausfordert; wobei Wigalois einigeWorte fallen läßt, daß man sich doch nicht um eine solche Kleinigkeit dasLeben nehmen solle. Dieser Zug ist ohne Zweifel von Wirut eingescho-ben, der an seiner Sage rückt und stellt und einmal selbst sagt, daß ermit dem Knappen, dessen Erzählung er sie verdanke, gehadert habe, obsich dies oder jenes wirklich so verhalte. Wirnt preist die Treue jenerZeiten, wo der eine besiegte Riese die Jungsrau unversehrt an Artus'Hof bringt, wo Jungfrauen allein und ungefährdet durch daS Land rei-sen konnten, ohne daß cs ihrem Rufe geschadet hätte; und er blickt da-bei scheel auf die Gegenwart, in der bei jedem Schritte der unbescholten-sten Frau gleich Spötter und Verläumder wach werden. Der Dichterführt den Helden jetzt in das Abenteuer mit dem Grafen Hoyer demRothen, bei dem er gleich eine schöne Anmerkung hat über den Volks-glauben an ein falsches Herz im Rothhaarigen, die ihn neben anderenStellen als einen Mann darstcllen, der von Aberglauben frei ist. VonHoyer ist auch die schon oben hervorgchobeue schöne Stelle über das V er-liegen ausgesagt, wo Wirnt's Menschenkenntniß so schön zu Tagekommt. Sieht man, wie überall da, wo diesen Dichtern Sätze aus eige-ner Lebenserfahrung aus der Feder fließen, die Darstellung frisch, derAusdruck bezeichnend, der ganze Vortrag saftig und kräftig ist, so be-dauert man stets neu, daß sie an so elende Stoffe gerathcn mußten. Dawo die Jungfrau dem Wigalois mittheilt, daß cs sich darum handle,ihrer Herrin Gamanie und deren Tochter Larie ihr verlorenes Land voneinem Heiden Roaz wieder zu gewinnen, und wo der Held diese Larie zuGesicht bekommt, sieht man, wie erfolgreich der Dichter die ekle Art ver-deckt, mit der auch hier die beiden sich sogleich und ohne Weiteres imOriginal genähert haben werden, und die feinen Bemerkungen, die erdabei macht, die ganze Ausstattung der Scene, die Sicherheit und Wahr-heit der Ausführung nähert ihn mehr dem Gottfried. Nun zieht Wiga-lois zum Abenteuer aus Burg Korntin gegen den zauberischen Helden,erhält vom Priester den Segen, nimmt Lariens Herz mit sich und läßtdas seine bei ihr, eine kürzere und wirksamere Nachahmung einer Stellein Hartmann's Jwein, wo sie in ein Gespräch zwischen der Minne unddem Dichter eingekleidet ist, eine Form, die hernach Wirnt in einer Er-örterung (zwischen ihm und dem Sinne) über den Vorzug des Ver-standes und des Rcichthums anwendet. Hier berührt sich Wirnt wiedermit Walther, nur daß er nach einer anderen Stelle in Walthers strengeAnsicht nach jener biblischen Stelle (daß eher ein Tau durch ein Nadelöhrgehe u. s. w.) nicht ganz eingehen will. Eine klare und aufrichtige
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