Hartman» v. Aue u. Wirnt v. Gravenberg.
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französtschcn Gedichtes vor sich gehabt haben; die vielen Handschriftensotten in Kleinigkeiten von einander abweichcn. So stimmt der Namedes erschlagenen Gatten (Asealon bei Hartmann, Eleadoe bei Chretien)nicht; so ist die Episode (V. 4530 ff.) von der Entführung der Gynvvcr(Gwcnhwyvar im Wälschen) bei Hartmann weit ausgcführt, bei Chrc-tien nur kurz berührt. Wäre die in anderen Artnöromanen viel behan-delte Seme von Hartmann zugesctzt, so gäbe auch dies von seinem Ta-lente, eine Erzählung, über Periodenban und Vortrag hinaus, in höhe-rer Form zu bilden und zu führen, nicht eben das beste Zeugniß.
Der Vorgang Hartmann's in der höfischen Erzählkunst fand baldNachahmer, die mit mehr oder minderer Freiheit seinen Spuren folgten.Am treuesten an seine Manier angcschlossen ist der ungenannte Dichterder „guten Frau", einer aus dem Französischen übersetzten, an die karo-lingische Sage gehefteten Erzählung von Entsagung und freiwilligerHingabe weltlicher Freuden und Ehrcn^'°). Entfernter und selbständigerfolgt ihm Wirnt von Gravenberg (Burg und Städtchen zwischenNürnberg und Baireuth) in seinem Wigalois^'). Der fränkische Dich-ter kennt Hartmann's Erck und Jwein, aus denen er einzelne Stellenentnahm; von Wolsram's Parzival waren ihm nur die fünf ersten Bü-cher bekannt; sein Werk ist daher um 1208—10 entstanden. In seinerJugend war Wirnt, scheint es, am Hofe Herzog Berthold'ö IV. vonMeran, bei dessen Tode 1204 er anwesend war; darf mau aus Kon-rad's von Würzburg Erzählung von der Welt Lohn schließen, so machteder Dichter später einen Kreuzzug, wohl den von 1228 mit. In Bezugans die Quelle, die Verbreitung, die späteren deutschen Behandlungendes Wigalois verweisen wir auf die Einleitungen der Herausgeber.Von einem englischen Gedichte desselben Gegenstandes ist das deutschedurch Umfang und Zusätze verschieden: schon ist hier eine britische Sagemit Eigenheiten fränkischer oder antiker Dichtungen ausgeschmückt, Kreuz-wesen und Sarazcnenkriege haben in dem Schluffe, dem Kriege gegen
I.» üame si sest bien et gense,
gue celo 1a eouseiUe a koi. Ules une kolie a eu soi, ,
i>ue les untres «lames i oat, et a bien pres toutes le tont,izüe ,Ie lor lolies s'escuseat, et ce gu'eles voleot reknsent.
Der Franzose läßt es bei diesem Tadel: der Deutsche kehrt aber diese Thorheit denguten Frauen zum Guten, und wirst einen Seitenblick auf die, die es übel deuten.
356) Herausg. von E. Sommer in Haupt's Zeitschr. 2, 385 ff.
357) Ausg. von Benecke 1819. von Fr. Pfeiffer. 1817.