Hartmann o. Auc n. Wirnt v. Gravcnberg.
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nur immer noch einen Grad tiefer, bestätigt, was wir in der Analysedes Lanzclot bcibrachten. Es ist eine Absicht da, psychologische Auf-gaben zu lösen, allein die Kenntniß der Seele ist nur in ihren rohestenAnfängen bei diesenDichtern zu finden. Die ganze Aufgabe: die schnelleVerbindung-Owain's mit der Gräfin vom Brunnen, deren Mann ergetödtet hat, ist an sich selbst ein psychologisches Räthscl. Hier hatChretien von Troyes seine Kunst entfaltet. Wie nach dem Falle desGrasen vom Brunnen die Dienerin Lnnete, die den Sicher und Mörderbegünstigt und verbirgt, ihrer Herrin die Heirat mit einem Ritter Ar-thur's znm Schutze ihres Gebietes anräth, geberdct und spreizt sie sichbei Chretien und sucht allerhand feine Windungen, die hier allerdingsnicht zu finden sind. Doch ist andererseits in rohen Versuchen der Wegzur Gemüthsmalerei gezeigt. Bei dem ersten Wort der Dienerin zumNachtheil des gefallenen Mannes verbannt sie die Gräfin, ruft sie abergleich wieder, da sie etwas verlauten läßt, als hätte sie ihr zum Vortheilrathen wollen. In dem französisch-deutschen Jwein schlägt die Dienerin(Luned im Wälschen, wie bei Hartmann Lnnete) gleich den Mörder desMannes vor, und stellt sich dann, als lasse sie ihn von Arthur's Hof inCaerlleon (— Karidol) berufen; im wälschen stellt sie sich, als reise siedahin, um irgend einen passenden Ritter zu holen, und als sie Jweinbringt, crräth die Gräfin gleich, daß es der Besieger ihres Mannes ist,und macht übrigens weiter keine Schwierigkeit ihn zu nehmen. Die Ge-walt der Liebe ist auch hier schon betont, aber ohne den empfindsamenNachdruck der Minnedichtnng. Es ist Alles stumpfer, Gemüth, Geist,Gesichtskreis; und eö hat sich ganz richtig bewährt, daß die vielfachenpragmatischen Wendungen der französisch-deutschen Bearbeiter der Arthur-romane den Motivcnmangel in diesen walisischen Quellen zu ersetzenstreben. So ist Kcic's Charakter hier nur angcdeutct, der im französischenJwein schon ganz ins Feine ansgemalt ist; übrigens tritt der Grundzugseines Wesens auch in unserm Mabinogi gleich anfangs bei der Er-zählung Kalogreant's (hier Kynon, Clydon's Sohn, eine berühmteHeldengestalt- schon bei den ältesten Barden) deutlich heraus. Durchden Abdruck des französischen Löwenritters von Chretien von Troyes inder Sammlung der Lady Guest können wir nun auch Hartmann's Be-arbeitung vergleichen und dadurch ihren Werth und Verdienst besser be-stimmen. Wenn unser Urtheil über diesen Uebcrsetzerdichter früher hierund da beleidigt hat, so muß man sich nun wohl überzeugen, nicht alleindaß ihm kein Unrecht geschehen, sondern daß ihm, wenigstens in Bezugauf den Jwein, sogar noch etwas zu viel eingeräumt war. Ein jeder