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1 (1853)
Entstehung
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370
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Blüte vcr ritterlichen Lnrik und Epopöe.

über den häufigen Bruch ihres Versprechens. Nun fragt sich der Dichter,warum doch die Frau immer besser hörte, als der Mann; weil er be-waffnet war am Haupte, sic nicht, erklärt er cs. Aber warum sic ihn nichtmit Zeichen bedeutete, dafür wußte er wohl selbst keinen pragmatischenGrund, und so schwieg er darüber. In. einem Kampfe wird Erck ansden Tod verwundet; Enide beklagt ihn, und will sich in der Verzweif-lung umbringcn, da kommt gerade ein GrafOringlcs, der cs verhindert.Diese bequeme Maschinerie fällt dem nüchternen Bearbeiter auch auf under kann eine Bemerkung darüber nicht unterdrücken. Der Hauptfehlerdes ganzen Romans siel wohl dem deutschen Dichter gar nicht ein.Offenbar ist am Schluffe das Abenteuer vom Baumgarten in einen be-absichtigten Gegensatz zu dem Hauptinhalte gebracht. Mobonagrin istder Held dieses Abenteuers. Sein Weib wollte ihn nicht ansziehcnlassen, und nahm ihm das Gelübde ab, daß er hier mit ihr wohne undsie seine Liebe genießen lasse, bis er vor ihren Augen besiegt würde. Sieweiß den Licbcsgcnuß so hoch zu schätzen, daß sie ihrem Manne lieberAbenteuer zu Hanse bereitet und ihn grausam werden läßt, wenn nur inihrer Nähe. Enide, weiblicher und zugleich auf den wahren Ruhmihres Mannes sorgsam bedacht, will ihn und den Genuß der Liebe eherentbehren, als seinen guten Namen. Durch die Maßregeln jener gingdie Freude des Hoflebens verloren, durch Enidc's Ehrgeiz der Friede, indem sie lebte. Beides soll, scheint cs, nicht das rechte sein und jede er-leidet ihre Strafe; aber Alles liegt ohne Verhältniß da. Ob nun diesin Chrctien's französischem Gedichte, das auch in Paris zum Drucke vor-bereitet wird, Alles so gelegen ist, muß man abwarten. In dem brctag-nischen Lai von Gecaint dem Sohne Erbin's, im dritten Bande von LadyGnest's Sammlung, findet sich diese feinere Auffassung der Sage, undfolglich auch der gegensätzliche letzte Theil derselben noch nicht. Es istdas Mißfallen Enid's an dem Verlicgen ihres Gatten allerdings ange-deutet; dieser aber legt ihr ihren Tadel so auS, als ob sie einen Anderenliebe und seine Entfernung wünsche, um andere Gesellschaft zu haben.Die Eifersucht des Gatten ist dann der Hanptgegcnstand. Darum zwingter sie mit ihm zu gehen, und darum gehn die Abenteuer hier dahin, sievon anderen Liebhabern bedrängt und ihrem Gcmahle treu zu zeigen;was diese Erzählung einfacher und zusammenhängender macht, als dievon Owain und Pcredur.

Was den Iw einangeht, so wollen wir auch seinen Inhalt,

353) Die wälsche Quelle in Lady Guest's Mabinogiori. I.Bd. Ebenda auch der