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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
wir dann die schönen und sanften Regungen in der Herzenöwelt dieserDichter beobachteten und lieb gewannen, so haben wir hier die weichstenund feinsten Gesinnungen in Bezug auf das gesellige Leben, auf denmenschlichen, und, wenn man eS sagen darf, aus den literarischen Ver-kehr. Nirgends sind diese Gesinnungen nach allen diesen Richtungen soinnig, so warm und so unschuldig dargelegt, wie in Hartmann'SWerken. Hat nun dieser Dichter, mit dem kurzen Eingangssprnch seinesJwein zu reden, so sehr an rechte Güte sein Gemüth gewendet, so wirdihm mit Fug das Glück zu Theil, daß er ehrende Anerkennung dafürfindet. Und was eben seine Gesinnung angeht, wer würde sich da nichtungezogen fühlen von der außerordentlichen Sanftmuth und Innigkeit,die über seinen Dichtungen liegt? Wer sollte sich nicht an der Tiefe er-freuen, mit der er im armen Heinrich „die üppige Krone weltlicherFreuden" ohne Bitterkeit herabsctzt gegen die Krone des Himmels? Wernicht an der Züchtigkeit, die ihn im Erck lockere Stellen des Originals,die vergleichmäßig noch unschuldig zu nennen sind, übergehen läßt? Wernicht an der Gntmüthigkeit, die ihn von aller Herbheit der Ansichten auchvöllig frei hält? Wer sollte sich nicht an der Lauterkeit weiden, die indiesen Dichtern gleichsam aus der ganzen Zeit spricht, an eben jenenschönen Gesetzen der Verträglichkeit, der friedfertigen Duldung, der Be-scheidenheit und jeder geselligen Tugend, die hier gelehrt und beobachtetist? Und wer würde nicht fühlen, wie sich das ganze edle und schöneNaturell dieses Mannes in der ganzen Form seiner Werke abspiegelt, inseinem netten und reinen Vortrage, seinem bcwundcrnswerthen Reime,in seiner gewandten, zierlichen, schlichten Sprache, was Alles der feineGottfried so schön charakterisirt, wenn er die Klarheit der Hartmann-schen Poesie und ihre zuthunliche und eindringende Wirkung auf natür-liche Gcmüther hervorhcbt^'"), als die Eigenschaften, die ihm den Kranzsichern, eben Er, der schon gleichsam vom Baum der Erkenntniß gegessenhatte, als er noch die ungetrübte Reinheit dieser unschuldigen Zeit undKunst sestzuhalten suchte.
350) Tristan V. 117, 21 ff.
Hartman der Ouwaere, abi wie der «liu innere
beide üren unde innen mit « orten und mit sinnen
durcbverwet und dnrcbrieret! wie er mit rede lixieret
der äventiure meine! wie Inter und wie reine
sin krislnillniu wörteiiv, beidiu sint und immer miieren sin!
si boment den man mit siten an, si tuont sieb nnbe ruo dem wnn
und liebent rebtem muote.