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1 (1853)
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365
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Hartmann v. Aue u. Wirnt v. Gmvmberg.

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mäßigeres Lob wird äußern dürfen. Die Liebenswürdigkeit dieser Dichterhat jeden feiner fühlenden Leser der neueren Zeit so bestochen, daß maneine so gelinde Bcurtheilung an ihre Werke legte, wie sie die frauenhafteZartheit der Sänger selbst zu verlangen schien. Auf Frömmigkeit undGüte ist das Gemüth dieser sinnigen Menschen gerichtet, und auch denHauch des Falschen und des Bosen verträgt ihre reizbare Sinnesartnicht. Ergreifen sie die Feder zum Dichten, so kehren sie den Lästerernund Tadlern den Rücken, sie wenden sich mit ihrer Erzählung blos zuden Guten, die Gutes und Gutgemeintes gut aufnehmen, und ein Gott-fried von Straßburg deutet daö Böseste aufs inniglichst Gute und willes allen Harmlosen und Biederen als das Beste empfehlen. Sic wollenden guten Willen wie die gute That betrachtet wissen, sie wollen an jedemzweifelhaften Thun die beste Seite herauSgcstellt haben, sie wollen dasBöse verschwiegen, das Gute laut gepriesen haben, sie wehren sich gegenjede harte Wcltansicht, gegen jedes zwistigc Wesen; und wer dergleichennur mit Klarheit auffassen, ihm ins Auge sehen sollte, der mußte schonein Wolfram von Eschenbach sein. Die Einleitung des Tristan darf manals den Schlußstein und als die bewußteste Ausführung alles dessen an-sehcn, was seit Ulrich von Zazikoven jeder dieser Dichter, nur der kräf-tige Wolfram nicht, bald minder bald mehr deutlich im Eingänge seinerWerke sagte; jeder von den Dichtern, die eine leichtere Wcltansicht lieb-ten, denen der Friede der Gesellschaft und der ungestörte Fluß des ge-wöhnlichen Lebens vor Allem am Herzen lag.Gedächte man ihrer nichtin Güte, sagt Gottfried, von denen der Welt Gutes geschieht, so wäreAlles was Gutes geschieht so gut wie nicht vorhanden. Wer was derGute in guter Absicht der Welt zu Gute thnt anders als in Güte auf-nimmt, der thnt Unrecht. Man tadelt wohl Vieles, was man doch gernmag, und bald ist einem das Wenige zu viel und bald will man wasman nicht will; eS ziemt aber das, dessen man doch bedürftig ist, zuloben und sich Wohlgefallen zu lassen, was uns wohl gefallen soll.Thcuer und werth ist der, der Gutes und Böses unterscheiden und jedennach seinem Wcrthe beurtheilcn kann. Ehre und Lob unterstützen dieKunst, die zu Lobe geschaffen ist, die, wo ihr Preis und Ermunterung zuTheil wird, mannichfach aufblüht. Wem Ehre und Lob nicht wird, daswird uns gleichgültig, lieb aber, was geehrt wird und seines Lobes nichtverlustig geht. Es sind aber deren so viele, die nun die Art oder die Un-art haben, das Gute übel, das Uebele gut zu deuten." Wenn wir vorherGelegenheit hatten, in den Dichtungen dieser Zeiten etwas früher denfrommen christlichen Glauben und religiösen Sinn zu bewundern, wenn