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1 (1853)
Entstehung
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361
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Hartmann v. Aue u. Wirnt v. Gravenberg.

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der Persönlichkeit am entschiedensten. Bei ihnen verschmilzt die Lebens-ansicht mit dem Sagenstoffe; dieser wird sichtbar in Folge von jener ge-wählt oder gar in allen Beziehungen gestellt und gestaltet. Weiterhinschwindet diese kühnere Behandlung wieder ans diesen Stoffen, die auchnur dem eigentlichen Genius eignen konnte.

So lange noch in der epischen Erzählung nichts gesucht ward alsUnterhaltung und Zeitvertreib, so hielt man es in der Wahl der Gegen-stände gerade wie im vorigen Jahrhundert nur mit der Neuheit desStoffes, und obwohl die Einflüsse der jedesmaligen Richtung der Zeitenauch früher die Ausnahme oder Verschmähung dieses oder jenes Zweigsder Dichtkunst bedingte, so war man doch noch weit entfernt von demPunkte, wo die einzelnen Dichter ans einem Begriffe von der Würdeoder Bedeutung ihrer Kunst, von einem eigentlichen Knnstprinzipe aus,den Stoff ihrer Dichtungen gewählt und geformt hätten. Die Zeit istaber nun gekommen, wo die Ahnung des Mangels eines solchen Prinzipsdämmert und wo man diesem unverstandenen Mangel, oft unverständig,abzuhclfen strebte. Es trat diese Zeit offenbar erst mit der ausgebreitcte-ren lytischen Kunst ein, die, da sie die höfische Gesellschaft unmittelbarberührte, erst dem Sänger Ansehn und Würde zu geben anfing. Diegrößere Würde des Standes, der sich in Deutschland auch damals erstcmporarbeiten mußte, wie neuerlich, lehrte die Sänger mehr auch aufdie Würde der Kunst achten, so wie umgekehrt die innige und edle Rich-tung der Dichter auf das, was die Gemüther damals am heiligsten be-wegte, ihnen zuerst den Zugang in die höhere Gesellschaft und die ehren-vollere Stellung eröffnete. Was nun zur höheren Reinigung der Dich-tung geschah, war zuerst, wie wir sahen, die Einführung einer ange-messenen Sprache, einer neuen Vers - und Reimkunst, an die Stelle derVolkssprache im alten Nationalepos und seiner vierzciligen Strophe.Wie schnell und entschieden Beides verlassen werden mußte, indem manvom Epos zur Lyrik, vom strengen einfachen Stil der Erzählung fernerBegebenheiten zum weichen mannichfaltigen Ausdruck gegenwärtigerEmpfindungen überging, ist von selbst klar; dennoch blieben nach derEinführung der kürzeren Verse und Reimpaare im Epos auch nach Vel-deke noch bedeutende Fortschritte zu machen. Was Veldeke für Reinheitdes Reims und der Sprache und Lambrecht für Sagcnkritik angefangenhatten, das setzten nun die folgenden Dichter schon auf einer höherenStufe fort. Bei Hartmann und Wirnt sieht man jedoch noch deutlich,wie wenig bis dahin innerer Berus zum Dichten auch in diesen bedeu-tenderen Männern war, denen man allzu freigebig die Ehrentitel großer