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1 (1853)
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331
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Minncgesang.

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Troubadours findet, Wetteifer iin Gesang, Vergleichung, Kritik, davonsind hier so gut wie keine Spuren, außer ganz im Allgemeinen zwischenVolksgesang und Nitterepos, zwischen Altem und Neuem, und dannzwischen Wolfram und Gottfried. Wo aber ist je etwas Tüchtiges ge-worden, ohne einen solchen Wetteifer, der den Blick schärft, die Kräftereizt, das Wahre und Vortreffliche enthüllt? Weit entfernt, ans Drangund Kunsttrieb zn dichten, sangen diese Dichter blos um die Gesellschaftzu ergötzen; sie waren von den Gesetzen dieser Gesellschaft gebunden unddies drückt sich in allen ihren Gedichten ab; sie wichen nicht von denüblichen Stoffen, die arm und nicht glücklich gewählt waren; sie wanktennicht von der hergebrachten Manier, die noch minder fähig war, denmißlichen Stoffen durch poetische Behandlung anfznhclfen. Man hatdiese Beobachtung, daß nur ein erkünsteltes Leben der Standessitte demganzen Treiben der Ritter zn Grunde liege, auch ans die Kunst ausge-dehnt, hat bei dem völligen Mangel aller tieferen Gedanken, bei dersteten Wiederholung derselben Motive, auf erkünstelte Empfindung inden Liedern geschloffen. Und allerdings mögen auch eine Masse von frem-den und deutschen Minneliedern, gegen unseren vorherigen Ausspruch,ans bloßem Nachahmungstrieb und ohne Theilnahme der Empfindungim Dichtenden gedichtet sein. Dies wäre an und für sich mehr Lob alsVorwurf, es wird aber zum Fehler, weil diese Künstler zn einer poetischenGestaltung noch gar so wenige Anlage zeigen, so daß in den Deutschendas Gefühl, das ihnen die Hand führt, ihr Verdienst zugleich und ihrSchade ist. Bei den Romanischen Dichtern, deren Liebesempfindungenman mit Recht mehr Angelegenheit des Kopfes als des Herzens genannthat, ist es ungefähr, wie in allen Beziehungen, umgekehrt. Man mußaber in Beidem nicht eben Unnatur suchen, sondern gerade dies merk-würdige Uebergehen von Empfindung zu Gedanken, dies Schwelgen inBeiden^), das größere Vergnügen in dieser Ausschweifung als in der

324) Gleich weiter unten führe ich eine Stelle von Gottfried von Straßburg an,die dies andeutet, mit mehr Verweilen auf der Empfindung. Ich setze eine andere vonRobert de BloiS entgegen (aus seinem lttiastieiuent des vames):

I-ar Io desir vient an gensser, Ion est N gris «ans eeliager,gar laut li est plesaur et dour li genssers, et tan.t saverour,taat li agrve, taut I! glest, que toutes untres elioses lest;boire, Mengler, dorinir, gonsr, entrelesse gor lo geusser.tt! genssers >i let si graut also, gll'il n'est cliose gui taut li piaise;eom plus geusse, glus le debris li genssers, et plus le oombrise,gu'eu genssaut snnsgire soveut.