Minncgcsang.
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er har darin alle seine Lieder verwebt, als ob sich die Minnedichtnng zu-letzt eben so zur epischen Form umbilden wollte, wie der Roman immermehr lyrische Bestandtheile in sich anfnahm. Wie in dieser Zeit schonAlles anfängt, herzlose Nachbeterei zu werden, so ist daö auch schon hierder Fall; wenige seiner Lieder haben in sich einen Werth, viele zeichnensich durch Gewandtheit und Uebnng auö, keines durch wahrhaftes Ge-fühl, daS die Kälte der Künstelei überböte. Die Gewöhnlichkeit undArmut in diesem Buche sind über die Maße; in seiner Erzäblnng über-setzt er die Lieder, in seinen Liedern umschreibt er die Erzählung, die inReimpaaren und achtzeiligen Strophen gehalten ist; die Langeweile inder Beschreibung seiner Ritterschaft und seiner Tioste wetteifert mit dre-in der Geschichte seiner Liebe; und dazu kommt die eingebildete Freudeüber seine Poesien, die ihm manchmal in Wort und Weise unverbesser-lich dünken, während wir zugleich (z. B. p. 442) die Beispiele finden,wie kleine Dinge, wenn sie nur neu sind, in diesen Liedern angenehmberührten. Wie hart zugleich die alte Weichheit und Zartheit, die inder Form des Ganzen gewahrt sind, jetzt mit den rohen Zügen dcS neuenGeschmacks hier zusammenstoßen, zeigt ein Blick in den Gang der Ge-schichten, die uns der Dichter erzählt. Ein Mann, dem Gemach undGut, reine Weiber, gutes Essen und Trinken, schöne Waffen, Kleiderund Zierat zum Leben unentbehrlich scheinen, macht uns bekannt mitseiner HerzcnSgeschichte, oder mit der Art, wie ein Mann jener Zeit derritterlichen Sitte und Regel nachzukommen strebt. Früh als schmachten-der Knabe schon hat er der Alten Rede von Frauendicnft und seiner Be-glückung mit gespannter Achtsamkeit gehört und so das Gift der rück-sichtslosen Unterhaltung der Erwachsenen cingcsogen. Früh nimmt ersich dann nach dem Beispiele Aller eine Herrin, der er seinen Dienstwidmet, weil cs so Sitte war. Er bezieht hinfort Alles was er thutauf sic, er sicht sie als seinen Trost in jedem Unfall und als die Quellealles seines Glückes an, er bildet sich auf seine Ausdauer mehr ein alsauf Heldcnthaten, er trägt von ihr Alles was ihr einfällt mit Geduld,ec wird zum Kopfhänger und Mundstillen, er trinkt ihr Waschwasser, er-läßt sich ihr zu Gefallen eine Ucberlippe opcriren, er schlägt sich ihr zuLiebe einen krumm gewordenen Finger ab und schickt ihn ihr und sie be-wahrt ihn gerührt auf und betrachtet ihn alle Tage. Dann macht erverkleidet als Benus eine stumme Landfahrt ihr zu Ehren und tioftirt mitallen Rittern durch Lik Tage; man steht, daß die Freude am Allegorischenjetzt sogar in die Handlungen eingeht, und die Liebesquälerei eben so.Noch aber prüft ihn seine Frau und zweifelt an seiner Treue, worüber
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