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Blüte der ritterlichen Lurik und Epopöe.
am besten beobachten läßt. Wenn der Tanhäuscr in seiner „Hofzucht"eine Reihe von Sprüchen und Regeln über den Anstand bei Tische lehrt,so sieht mau an der groben Unsitte, die er zu rügen hat, daß in demMaaße, wie jetzt der Bauer cmporstrebt, der Ritter in die bäurische Roh<heit hcrabgcsunken ist. So werden wir finden, daß der Stricker mit Müheden Ton der ritterlichen Dichtung zu halten sucht, und daß er auf desNitteclcbenS Untergang klagend hinblickt; und Ulrich von Liechtenstein,der zwar in diese Klage cinstimmt, öffnet uns dieses Ritterleben in einemZustande, der zwischen Ucbcrspannnng und Abspannung in der Mitteliegt. Die idealen Vergnügungen des sittsamen MinncdiensteS genügtennicht mehr, die materiellen selbst widerten unter dem cinrcißendcn Ver-derbniß und der Sittenlosigkcit der Weiber an, und die roheren Freudendes Mahls und des Weins traten an die Stelle der früheren Unterhal-tung. Wir erwähnten schon vorhin die Wiener Mcerfahrt zu einemanderen Zweck, sic gehört wie der Wcinschwelg erst an daS Ende des 13.Jahrh. und bahnt uns bcqueim den Weg zu dieser neuen Erscheinung,daß man jetzt auch anfängt, Gelage und Zechereien zum Gegenständeder Dichtung zu machen. Dies ist im Tanhäuscr am deutlichsten und trittbei ihm zuerst vor. Weiterhin trug Steinmar, ein Schweizer, der inOesterreich wohl bekannt war, da er 1276 bei Rudolfs Heerfahrt gegenOttokar und bei der Belagerung Wiens gegenwärtig war, diesen neuenStil in die Schweiz, wo an der Scheide des 13. und 14. Jahrh. H ad-lanlU"') ihn sortsetzt und gewissermaßen so ausbildet, daß er uns ansdie spätere Ucbergangslyrik zwischen Minnclicd und Volkslied im 14.und 15. Jahrh. hinführt. Alle drei preisen Gelage und Mahle, und imGegensätze zu den früheren Minnesingern erheben sie dabei den Herbstund den Winter mit diesen ihnen eigenthümlichcn Freuden. Dies geschiehtdann leicht mit einem Uebcrmaß, das ekelhaft wird; sie liefern uns Zcch-und Schmansliedcr, gemein und plump, wie nur möglich, und man sichtwohl, daß die Klage des Snnenbnrgers einen Grund hat, daß nämlichjetzt Zucht und höfischer Sang der jungen Welt lästig und daß ihnen Schel-ten auf die Weiber beim Wein angenehmer sei. Alle solche Lieder habendurchweg die Farbe des Burlesken und stellen sich in sofern gegen denalten feierlichen Ton der Ritterdichtec; diesen Ton thcilcn dann auchandere unbedeutendere Meister, wie der von Scharfenberg, Goeli, Gedrutu. A. In den Tanzliedern dieser Dichter zeigt sich ihr Talent meist am
3lk) Haupts Zeitschrift ti, 488.
317) Joh. HMaub's Gedichte hrSg. p. Ettmüllcr 184t).