Minnegcsang.
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Bauernstände^'), diedenNeid und die Mißgunst der Rittcrslente erregten.Auf diesen Verhältnissen beruhen die Lieder des Nithart, der noch indie beste Zeit gehört, schon 1217 dem Wolfram von Eschenbach bekanntwar, und in den historischen Beziehungen seiner Lieder bis 1234 zu ver-folgen ist. Er ist ein Baicc von Geburt und ritterlichen Geschlechts,scheint in Baiern durch Nachstellung eines „Ungenannten" die Huld desHerzogs und ein Lehen verloren zu haben, und wird dann an dem Hofedes letzten Babenbergers, Friedrichs II. (-s 1246), gesunden, indessenfreigebige Nähe sich auch die Tanhäuser, Pfeffel, Bruder Wernhcr u. A.drängten. Seine Lieder stechen in ihrem Inhalte gegen die Zartheit undsinnige Scheu der übrigen Minnedichtung grell ab. Sic versetzen aus dieländlichen Feste der Bauern und Meier, in die Sommer- und Mutter-freuden des Landes bei Ballspiel und Tanz; sie schlagen dabei oft einenganz volksthümlichen Ton an; „und diese Farbe steht Nithart um so na-türlicher , als ihre Grundlage und Veranlassung sicher in der ländlichenVolkspoesie zu suchen ist; die Bauern in Oesterreich und dem Knhländ-chen besitzen heute noch Kirmslieder und Lieder zum Spotte über Klcider-anfwand, die sich der Weise Nithart's kaum enger anschließen könnten"'^).SeineSchildernngcn sind dem wirklichen Landleben abgesehen; dicBühncliegt südlich der Donau zwischen Wien und der Enns; selbst dem GuteNithart's, dem „Rencnthal" (bei Langenbach) ist Haupt, der seine Liederhcransgcbcn wird, auf die Spur gekommen. Die Lieder sind dann beiHofe gesungen, obgleich sie wie im parodischen Gegensatz gegen den hö-fischen Minnegcsang stehen. So nehmen sich namentlich seine Frühlings-licder ans. Seine Gedichte zerfallen nämlich sämmtlich, wenn man ansdas unzweifelhaft ächte zurückgcht, in zwei Gruppen, Sommer - unvWinterlieder, Anger- und Stubentänze. Die Sommerlicder besingenfast ausnahmslos des Dichters Gelingen und Minncglück, „vromuot" istdarin die Führerin. In den geschilderten Secncn sind die Männer außer-dem Spiel; der Dichter singt von ungestörten Minncfrenden; zuweilenerzählt ec ein Gespräch zwischen Mädchengespiclcn, zwischen Mutter undTochter; die verschiedenen Landdirnen, denen der höfische Ritter besserzum Tanz gefällt als ein Bauer, denen sein Gesang das Herz bezwungen
312) Nithart, in Benecke's Beiträgen I I, LN7 :
VN» Iiinne unr an >Ien Irin, van >Ier Ittbe unr an llen ?tat,
6>n lanr ,Iin sinr mir elliu ünnt. Mn enüabenl »iln SN manessen luureu «larfinan,als ein Irreirelin evol in Oaslerrleüe Iiäl.
313) Wackernagel über Nithart, in dessen Leben in v. d. Hägens Minnesängern.