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1 (1853)
Entstehung
Seite
309
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Minncgesang.

3 «!)

Baiern theilte >ich in dm Nithart'schm und Wolfram'schen Geschmack,die ohnehin nicht so weit auseinander liegen als es scheinen sollte; auchblieb hier immer ein Hang zum Wohlgefallen an allem Mysteriösen undPhantastischen, wie cs denn bezeichnend ist, daß hier die Legende und dieMystik wie zu Hause blieb, daß hier fast zu allen Zeiten das Rückblickenans das Ritterliche, die Anhänglichkeit an das Mittelalter sichtbar ist,und daß fast alle bairischen Dichter jener Zeit, Wolfram, Nithart, derTanhäuser und Brennenbcrger in Mythe und Fabel übecgegangcn sind.Mit dem Fortschritt der lyrischen Kunst nach Norden und Osten, werdenwir später sehen, ändert sich der ganze Charakter dieses Zweiges, so sehrwirkten hier die klimatischen und provinziellen Unterschiede ein. Schwa-ben hat, scheint cs, in seinen besseren Dichtern die rechte Mitte gehaltenzwischen der zu oft ins Rohe herabsinkendcn Heiterkeit der österreichischenSänger, und der vagen Allgemeinheit und dem zu elegischen Anstrich derrheinischen und schweizerischen. Diese letzteren bilden unter sich einen ganzeignen Körper, der am besten den allgemeinen Charakter unserer Minnc-poesie vertritt. Von fast allen schweizerischen Minnesängern, so wie auchden benachbarten Tirolern (die späteren Hadlaub und ähnliche ausge-schlossen), haben wir nur wenige Stücke, die aber alle zusammen eineansehnliche Gruppe^) bilden, und sämmtlich jener ernsten, rein höfi-schen, rein minniglichen, mehr wehmüthigen als heiteren Lyrik ange-hören, wozu dann das weitere Unterscheidungszeichen hinzukommt, daßdie Leichdichter in der Schweiz besonders zu Hause scheinen^).

Unter denen, die das Minnelied in diesem typischen Charakter be-handelt, aufs feinste ausgcbildct und am reinsten gehalten haben, nenntGottfried von Straßburg den von Hagen a u^"ch als denvorzüglichsten;

303) Hierunter gehören der Graf Rudolf III. von Neuenburg, der bekanntlichdas einzige Beispiel der Benutzung französischer (provenzalischer) Lieder (des Folquetvon Marseille) gibt; Jakob von der Warte; Heinrich von Sar; Walther von Klingen;der von Wengen; Rudolph von Rotenburg; Glires; Teufen; Kraft v. Toggenburg;Stretlingen; Heinrich von Rugge; Ulrich von Singenberg, Truchseß von St. Gallen,der Haupischüler Walthers ; Albrecht Marschall von Raprechtswyl; Otto von Turn;die von Rüsteten und Tetingen u. a., sämmtlich Schweizer.

304) Vgl. Wackernagel über die Verdienste der Schweizer um die deutsche Lite-ratur. Basel 1833. Wolf über die Lais. Note 171.

305) Tristan 121, 22 ff. wo Gottfried die Sänger mit Nachtigallen vergleicht,sagt er von der von Hagenau:

Hin aller doene boubellist versigelet In ir runAon Iruoo.

von der gedenlre lob v!I und xnnoe, iok meine aber von !r (Irenen,

den oberen, den seboenen, rva s! der vil nreme,