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Blüte der ritterlichen Lurik und Epopöe.
fahrender Kleriker, die die Kirche unter dem Namen Goliarden verfolgte.Boceaz, der noch von dem „allfertigen Poeten Primas" wußte, kanntediesen als den irrclcitendcn Namen eines Mannes, „von dem jeder wissewer er gewesen sei." Es scheint klar, daß irgend ein Dichter diesesSchlages, der über die Andern weit vorragte, sich vor den Gefahren,die diese kirchenfeindliche Dichtung brachte, ungefähr so wie noch Fischartin seinen polemischen Schriften that, unter verschiedenen Namen barg;daß seine Gedichte in der gelehrten Gemeinsprache wie ein Gemeingutumgingen, und da und dort verändert, angecignct und verwandten Gei-stern zugeschriebcn wurden. Für dieses Haupt der Goliarden möchte manunseren deutschen Archipocten Walther halten, einen fahrenden Schüleraus dem Elsaß, der aus ritterlichem Staude entsprossen war. Und diesschon aus dem Grunde, weil die berühmte „Beichte des Golias", dienach Form und Inhalt das charakteristische Meisterstück dieser ganzenDichtuugSklasse und als solches am meisten umgetragen, verändert,loealistrt und usnrpirt ist, nur da wo sie unter dieses Walther'S Dich-tungen steht, die Züge der Besonderheit hat, die sie zur ernstgemeinten,wirklichen Beichte eines wirklichen Menschen machen, als die sie schonder Zeitgenosse Giraldus, der Freund Walther Mapes', las und ver-dammte In diesem Gedichte empfiehlt sich Walther dem ErzbischoffevonKöln, Reginald von Dassel (1161.—67), zum Schreiber und Dichter,indem er, ein armer Ausgestoßener, seine Lebensweise beichtet, die Ge-walt der Natur vorschützeud seine Liebe zu Wein und Weib und Würfelbekennt und Besserung verspricht. Eine Bcncdietbcurcr Handschrift, dieSchmetter herausgegeben hatsch, enthält seine Gedichte, wahrscheinlichvermischt mit ähnlichen Stücken Anderer, möglicherweise doch auch reinesEigenthum des Einen. In diesem letzteren Falle müßte er um 1150 infrüher Jugend begonnen und in sehr hohem Alter wenigstens bis 1208sortgedichtet haben; begonnen vor aller deutschen Minnedichtung, geen-det zur Zeit ihrer höchsten Blüte. Er hätte begonnen als Schüler Ovid's,mit amatorischen Gedichten voll Gelehrsamkeit und antiker Mythologie,die oft an die spanischen Lyriker klassischer Färbung anklingen, und theilS
284) Giraldus in dem nngedrnckten s/ieculnm eootesine (bei Grimm 1.1. ange-führt) sagt von dem Dichter: pnissilus guidam, 6otias nomine, nosiris diebus —titeratus nllsUm, seit nee bene morixeralus nee bonis discigünis inkorinaUis, in?»xam etLnrinm romanam carmina 1'nmosa piuries etglnrinia, !nm metrien guaiuritkniics, non minus impudenter gnam imgrudenter evaniuü.
.295) Für den lit. Verein in Stuttgart: Larminn bnnana. 1847.