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1 (1853)
Entstehung
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297
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Minncgesang.

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stand erzeugt; die Geistlichkeit selber spaltete sich; die neuen Orden derCistereienser nnd Prämonstratcnscr riefen in ihrem Schooßc feindseligeEifersucht auf, und bald erschienen neben jenen heftigen Thicrgcdichtender Flandeccr in Deutschland, England und Frankreich gleichzeitig lyrischeGedichte aus geistlichen Federn, die mit einer Gewalt und Schärfe denrömischen Hof und die Verdcrbniß der Geistlichkeit geißelten, wie sicnachher nur in Huttcn's Zeiten wieder erlebt worden ist. Es begreift sich,daß gerade jene Geistlichen, die ihren weltlicheren Sinn schon in jenenweltlichen Dichtungen verrathen, und die alten Verbote der Kirche gegenalle Jongleur- und Singkünste der Geistlichkeit nicht geachtet hatten, inden Reihen der Partei standen, die sich gegen die Ucberhebnng des römi-schen Stuhles erhob. Jener Walther von Chatillon eiferte daher inlyrischen Gedichten, wie in seiner Alerandreis, gegen Simonie nnd allengeistlichen Mißbrauch; jener Erzdechant von Orford, Walther Mapes,ans dessen Namen mehrere sehr weltliche Rittcrromane und eine Reihenoch weltlicherer lateinischer Gedichte gesetzt worden sind'O'), und der aufalle Fälle ein witziger Hof- und Weltmann voll geselligen Frohsinns war,schrieb in Prosa nnd Versen heftige Satiren gegen die Cistereienser; jenerdeutsche Walther, der sich scherzhaft einen Subprior, einen akbas (Nioa-niensis nennt, und von dem sicher eine Reihe der muthwilligsten lateini-schen Minneliedcr herrührt, hat auch die furchtbarsten Ausfälle gegenRom geschrieben. Ist cs schon auffallend, daß in drei Ländern diese dreigleichnamigen Walther fast zu gleicher Zeit, nnd völlig in gleichem Sinnennd Geiste, völlig in gleicher Weise und Sprache in diesen beiden Rich-tungen thätig genannt werden, so verwirrt sich die Sache noch mehr da-durch, daß in englischen, französischen nnd deutschen Handschriften die-selben Gedichte, mehr oder minder verändert, bald diesem bald jenemdieser drei Walther zugeschricbcn werden^), paß in andern Handschrif-ten wieder die gleichen oder ähnlichen Gedichte unter den vagen Namenbald eines Archipoetcn, bald eines Presbyter Primas gehend, bald un-ter dem Collectivnamcn Golias, der Bezeichnung für diese ganze Sekte

291) H>. VVrlxlit, tl>e latin xocms, eommonl^ »ttributed to >V»Iten Illapes.4,ond. 1841.

292) So steht das ular conto» viti» unter unseres Walther Sachen, und inWright'S Sammlung unter Mapes', nnd in der Pariser Handschr. 3245 unter Cha-tillon'S Namen.

293) In einer Göttinger und Veuetianer Hs. Vgl. I. Grimm, lat. Gedichte desMittelalters auf Friedrich I. Berlin 1844. 4.