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1 (1853)
Entstehung
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293
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Minnegcsang.

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die französische Literatur. Jene Troubadours rangen in ihren LicbcS-wcrbungcn mit Königen und befehdeten die Throne mit ihrer politischenWidersetzlichkeit. Mit ihrer Kunst, eben weil Ranguntcrschied selbst unterdiesen Dichtern war, haben sich manche emporgcbracht aus dem Kreisevon Handwerkern, Bürgern und Bauern, und das Talent förderte Find-linge und Waisen. Diese Dichter, voll von Lebenslust und Kraft, misch-ten sich froh und heiter in Alles, und Alles mußte sich ihren Angriffen, ih-rem Lob und Tadel aus setzen. Von ihrem Leben, ihren Leiden und Freu-den, von ihren Licbcöhäudeln, Eifersüchten, Kämpfen, Wallfahrten, sindganze Bücher geschrieben worden. Man sage nicht, von den Deutschenwäre nichts dergleichen erhalten: es würde erhalten sein, wenn etwasdergleichen bestanden hätte; man sage nicht, cS seien Fabeln, nicht einmalFabeln haben sich von den Deutschen erhalten, es seien denn jene Ver-ewigungen der Wolfram und Klinsor im Wartburgkrieg oder jener Mei-stergesang über der holdseligen Kunst Entstehung! Die französischenDichter sind voll von Gelehrsamkeit und stets lebendiger Kenntniß; Reli-gionsmcinung, Philosophie, Roman, Alles erscheint in ihren Gedichten.Als im Laufe der verschlimmerten Zeiten die Dichtkunst und die Schätzungder Sänger sank, da beginnt in Deutschland im lyrischen Gesang jenesewige Jammern der Konrade, der Zweier und wie sie alle heißen; alleinin der Provence steht ein Pierre Cardinal auf, ein derber Sittenprediger,den die Ungunst der Zeit ungebeugt läßt, ein Satiriker voll Kraft undWürde. Sv haben diese Troubadours unseren neueren lyrischen Dich-tungsarten, schöpferisch wie die Griechen, Namen und Gestalt gegeben:sie haben Canzonen und Pastorelle, Satiren und Briefe, Serenaten undTcnzonen und Sonette. Ein Dante nährte sich am Quell dieser lebens-vollen Dichter, ein Petrarca verschmähte nicht Valencianische Dichter zubenutzen^'), und die Schäfcrdichter erkennen Niqnier und Esteve als ihreFührer. Das Persönliche in den Dichtungen der Troubadours machtVieles gemein und prosaisch, aber cs hält sic von Einseitigkeit ab undmacht sie lebendig; ihre Vielseitigkeit macht sie zuweilen platt und schaal,wo die Minnesinger in ihrer Eintönigkeit oft edel, warm und tief sind.Die erweiterte Bildung der Provcnzalen brachte unter den dichterischenAnlagen die größten Verschiedenheiten hervor, unter ihren Gedichten den

287) In den o8servurioni Sulla xoesia 6s' l'rovadvri elo. itlod. l82ö ist anfSneue versucht worden, zu zeigen, wie Vieles die Italiener den Proveuzalischen Dichternschuldig sind.