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1 (1853)
Entstehung
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288 Blüte der ritterlichen Lvrik und Epopöe.

und Wohlleben erhalten und ausgebildet. So konnte es nicht fehlen,daß sich in diesen Gegenden gerade das Streben, die Gegenwart undihren Reiz und Preis zu steigern, auf der höchsten Höhe zeigte. Hierkeimte daher die junge lyrische Kunst der ritterlichen Geschlechter im An-fang des k2. Jahrh. am frühesten ans und schoß schnell zu üppigemWachöthum empor. Sie that dies um so ungehinderter, als keine epischeDichtung ihr den Boden streitig machte. Die Provence hatte wegenihrer Zertheilung, wegen des steten Wechsels der Stämme und der Bil-dung keine große und gemeinsame nationale Bergangenheit; die gothischeoder fränkische Sage war ihr ein fremdes, sie bildete sich nicht zum Eposaus; die Provenzalen haben es in epischer Poesie nur ausnahmsweiseüber die kleinen Schwänke und Novellen gebracht, mit denen die erzählen-den Jongleurs (noellaires) die Hörer belustigten. Der heileren Gegen-wart gehörte die heitere lyrische Kunst, und das Unglück der Albigenscr-kriege zerstörte nachher das Leben und die Dichtung hier plötzlich miteinem und demselben Schlage.

Ganz anders war die Lage der Dinge in Deutschland, als hier dieritterliche Lyrik nicht so sclbstgewachscn wie die provenzalische aussprang,sondern mehr auf den allgemeinen Anstoß von Frankreich von außen herangeregt ward. Hier war kein begeisterter Kampf gegen nah bedrohendeReligionsfcinde; hier führte man Kriege in Italien für die Ehrsucht derFürsten, die Deutschland den Rücken kehrten und die schönsten Kräfte desVaterlandes für eine Sache vergeudeten, für welche Niemand einen Sinnhaben konnte, der nicht die großen Entwürfe der Unternehmer zu über-schlagen verstand. Hier war für die Kreuzzüge gerade zu der Zeit keinHerz und kein Sinn da, als sie milder ersten warmen Begeisterung unter-nommen wurden, als Erfolg und Ruhm und Ehre dabei gewonnen ward.Sondern hier nahm-sich der Sache zuerst ein nüchterner Kaiser an, nach-dem er gleichsam durch einen Ueberfall von dem heiligen KrenzpredigerBernhard dazu gezwungen worden war, in einer Zeit, wo der frischesteEifer schon erkaltet, das erste große Unglück schon einschüchternd einge-treten war; und sein Zug kostete dem deutschen Lande ein großes Heerund seine Ehre. Und die zweite deutsche Wallfahrt kostete dem glänzendstenHerrscher, den damals Europa kannte, sein Leben und zog in Folgedieses Unfalls den frühen Regierungsantritt des dem Vater sehr un-gleichen Sohnes, und nach dessen Tode jene unseligen Spaltungen imInnern nach sich, was Alles nur zu sehr geeignet war, hier das Lebenund die Kunst in einer Trauer und einer Düsterheit zu halten, die gegendas fröhliche Gewimmel und die Unruhe in den romanischen Landen