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1 (1853)
Entstehung
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271
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Antike Dichtungen in neuer Gestalt. Heinrich von Veldckc. 271

sinkende Alterthum in einer großen Weise schossend nnd ausbildend ver-holten Hot; ihn bearbeiteten zuletzt in Italien, Frankreich und Dentsch-lond gelehrte Männer, denen die Kenntniß der ölten Sprochen den Geistder ölten Welt crgreiflich mochte; nnd ausgezeichnet begobtc Männerunstreitig, deren Gesichtskreis nicht von StondcScigenheiten verengtwor. Dogegen in jenen Trojonergeschiehten wor dos Höchste in der Dich-tung geleistet, nnd jede neue Beschäftigung domit konnte nur entortcteErzeugnisse liefern; das Alterthum selbst ging in den Werken jenerDoresund Dietys dorin voran; wie sollten ein Jahrtausend später dos, wassie verdorben hotten, die rittcrlichenDichter Frankreichs nnd Deutschlands,selbst mit dem Gedichte Virgils vor Angen, wieder gut machen, die dabildungslos waren nnd, in Stondcösittcn befangen, nichts Höheres konn-ten und achteten, als ihr kriegerisches nnd häusliches Leben um sie her!Wie sollten sie in einem alten DichtungSwcrke, das vereinzelt zu ihrerKenntniß kam, den ächten Geist dcS alten Lebens und Dichtens erfassenkönnen, den die Jahrhunderte dcS llebergangö von der alten zur neuenWelt selber zerstört hatten. Das Eigenste, was die Bildung des Altcr-thums charaktcrisirte, war die verständige Beurtheilung und Behandlungvon Welt und Menschen und das selbständige Vertrauen auf menschlicheKraft. ES ging verloren unter der Zerstörung der alten Staaten, wo inder verwüsteten und erschütterten Welt daö Abhängigkeitsgefühl wiederrege ward und die Denk- und GcfühlSweisc der Völker ähnlich leitete,wie daö gleiche Abhängigkeitsgefühl in den noch unmündigen Stämmender Germanen that, die die Welt verjüngen sollten. Die alte Philosophieward in christlichen Vorstellungen begraben. Der alle Staat und seineHelle Geschichte ward vergessen. Die alte klassische Dichtung ging unter,die Helden der Geschichte und Sage wurden umgeschaffen, weil sie inihrer ächten Gestalt nicht mehr begriffen wurden. Hatte doch in dergriechischen Dichtung selbst der dichtende Geist schon die bezeichnendenVeränderungen erfahren, die ans dem Klassischen in das Romantischeüberleiteten. Der griechische Roman, der im Anfang aller romantischenDichtung steht und, in treuer Nachahmung wicderlehrend, bei Tasso,Cervantes, den spanischen nnd italischen Schäferdichtcrn auch ihr äußer-stes Ende bezeichnet, ist dafür voller Erläuterung. Spurweise findet manin ihm noch (wie in Charitvu'S Chäreaö) die Anlehnung an den freien,altgriechischen Geist der besten Zeit, im Allgemeinen aber weicht daringerade dieser Geist der selbständigen Kraft des Menschen hinweg, unddie handelnden Figuren erscheinen als das Spiclwerk von außermcnsch-lichen Kräften; in ungeschickter Maschinerie werden von bloßen Zufällen