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1 (1853)
Entstehung
Seite
270
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210 Uebcrgang zu der rittcrl. Poesie der hohenstaus. Zeit.

spätcrAlbrccht von Halberstadt die Verwandlungen dcsOvid und Herbortvon Fritzlar den trojanischen Krieg von Benoit de Saintc-Manre.

Alle drei Werke treten so dem Ort ihrer Entstehung, wie ihren Ge-genständen nach in eine zusammengehörige Gruppe; Hcrbort behandelteden Stoff, der den Geschichten der Aeneide vvrhcrgcht, Albrccht den er-zählenden Dichter, der dem Virgil am nächsten steht. Diese Beschäftigungmit Gegenständen der Literatur des Altcrthums an Hermanns Hofe wirdnicht bloßer Zufall gewesen sein. Die Zeit, wo die Fürsten begannen,nach dem Ruhme augusteischer Pflege der Kunst zu streben, mußte fastnothwendig die großen Dichter der Römer ins Gedächtniß rufen; fohatte auch in Frankreich der große Meister der höfischen Kunst, Chretienvon Troyes, Ovids Kunst der Liebe und, wenn nicht alle, so doch ein-zelne Stücke aus Ovids Verwandlungen übersetzt, und derselbe Benoit(am Hofe Heinrichs II. von England), der die trojanische Geschichte aussehr unklassischcn Quellen bearbeitete, scheint auch den französischen Ro-man von Aeneas bearbeitet zu habenMan hätte denken sollen, dieseDichtungen, diese Dichter (darunter dieser Virgil, der selbst die Dante,Tasso und Nriost zu einem Gebrauche reizte, den man heute keinem Dich-ter ungerügt versteckten würde), müßten, in treue Uebcrsetzungen über-gcgangen, den Dichtern und Lesern jener Zeiten willkommene Muster-gewesen sein, die die Schwäche der britischen Romane aufgeweckt, denMangel an Menschcnkenntniß darin fühlbar gemacht, dem Geschmack amFormlosen und Verwilderten cntgegengewirkt hätten. Statt dessen findenwir in allen diesen Bearbeitungen gleichmäßig jene klassischen Dichtervielmehr herabgczogen auf dcn Unwcrth britischerMährchenerzähler, jedeneigcnthümlichen Zug ihres Stoffes entstellt, jede Meisterschaft ihrer Kunstzerstört, ihre Werke der Absicht nach übersetzt, im Erfolge aber abscheulichparodirt. Dies befremdet einen Augenblick umsomehr, als mau sichunwillkürlich der bewundernswertsten Bewahrung des alterthümlichcnGeistes in Lambrecht's Alerandrcis erinnert, die so wenige Zeit nur vonVeldeke's Aeneide trennt. Allein hier liegt ein außerordentlicher Unterschiedin den Gegenständen wie in den Dichtern. An der Sage Alexandershatten viele Jahrhunderte und drei Welttheile gearbeitet, um ein Denk-mal zu setzen, daS selbst die Geschichte versäumt hatte; es ist der einzigeStoff weltlicher Dichtung und Sage, bei dessen Gestaltung sich das ab-

L7Z) ?. Paris, los inanusoi'its tranxois ,1« la bibl. <Iu roi 1, 71. Es wärewünschenswerty zu wissen, ob diese Arbeit Virgil folgt und vielleicht Veldeke's Quelleist; schon den drei Anfangsverscn nach, die Paris mittheilt, sollte man es glauben.