268 Ucbergang zu der riircrl. Poesie der hohcnstauf. Zeit.
gemacht, daß Alles, waS an Arthur's Hofe vorgeht, immer am Pfingst-seste geschehen muß.
In der Thal, Alles wozu spätere Zeiten durch Uebertreibnng dieRomane deö Amadis und seiner Sohne und Enkel gestalteten, liegt indiesen nach britischen Dichtungen gebildeten Romanen deö 12. Jahrh.im Keime, und eben jene der Zeit nach letzten kehren zu eben diesen derZeit nach ersten auch wieder mit größerer Aehnlichkeit zurück. Nur isthier noch Alles im höchsten Grade roh, was dort ausgeklügelt und ver-feinert ist. Wenn sich aus solchen Anfängen und nach solchen Musternund in kurzer Zeit in Frankreich und Deutschland auch nur etwas Mittel-mäßiges herauöarbeitcte, so darf man in diesem Falle, sollte mau glau-ben, sogar das Mittelmäßige bewundern! Noch liegt hier eine Reihelangweiliger Geschichten? ohne Verbindung, ohne innere Bedeutung,hintereinander; wenn nur etwas Neues von dem alten Arthur, oder et-was Altes von einem neuen Rittersmanne erzählt wird, so ist Alles gut.Kein Schluß einer Begebenheit, kein Schluß des Ganzen, kein fesselndesEceigniß, keine Leidenschaft, kein Gefühl, weder imDichter noch in seinenGeschöpfen, kein Bild, keine Sprache, kein Leben, und selbst wo der Vor-trag lebhaft geschildert sein soll, in jenen schnellen Frag- und Antwvrt-stückeu, die in diesen Zeiten ein LicblingSschmuck der Dichter sind, selbstda kein Leben. Selbst die Lais und Fablianr, die man auf britischenUrsprung zurückführt, sind voll der elendesten Erfindungen, der mecha-nischsten Verbindungen und der wunderlichsten Albernheiten, so sehr sichsonst diese Gattung an poetischer Ausführung in Frankreich auszcichnet.Wenige Züge ächter Sage, Einiges aus der Mythologie und gewisseSeenericn sind ewig erneut, ewig vervielfacht. Und für diesen Mangelaller Kunst pflegt doch sonst, wo sich eine Poesie überlebt hat, sittlicheLehre oder dergleichen zu entschädigen, allein hier kam ein wahres Giftmit diesen Dingen in die Länder von Frankreich und England herüber;und hier, wo man gerade in frischester und junger Begeisterung nachIdealen in Kunst und Leben rang, mußte das Geschick gerade diese Dich-tungen hinwerfen, die Trümmer der absinkcndeu Poesie einer abgcsun-kcncn, dunklen Nation, der fast jedes freiere und höhere Bedürfniß desGeistes ein Räthsel war; Dichtungen, die der allerersten und allerein-sachsten Bedingung jedes erzählenden Gedichtes vollkommen entbehren,der lebendigen, sinnlichen Darstellung, der Unterdrückung deö Zufälligen,des inneren nothwendigen Zusammenhangs.