Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
267
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Einführung britischer Dichtungen.

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von Snowdon noch heute gefunden werden soll. Noch ehe aber derGlockenschlag ertönte, träumt JveretS schöne Tochter Jblis von Lan-zclot; sie kommt zu dem Brunnen und warnt ihn, allein vergebens;er tödtet abermals der Tochter ihren Vater und gibt ihr dafür einenMann, und ihr fällt so wenig wie jener früheren Jungfrau auf BurgMoreiß ein, sich einen Augenblick zu bedenken. Da nun der Held eineFrau hat, mit der cs Ernst ist, so muß er doch auch einen Namen haben,denn bisher hatte er keinen; aber sein Vater ist todt, seine Mutter istGott weiß wo; wer soll ihm den Namen sagen? Die französischen Sagenbemühen in solchen Fällen kurzweg einen Engel; hier ist's noch viel be-quemer; es darf nur eine Frau der Meerfcie kommen und ihm verkünden,da ja nun die große Aufgabe gelöst ist, daß er so und so heiße und einesder vielen Schwesterkinder von Artus sei. An dessen Hofe wird denn auchGelegenheit gegeben, die Tugend von Lauzelots Weibe ebenso triumphi-rcn zu lassen, wie vorher seine Tapferkeit im Turnier. Der weiblicheBote der Meerfei (denn weibliche Boten reisen schon damals, wie sowohlWirnt mit Erstaunen als auch noch Ariost mit Schelmerei bewundert,sicher durchs Land, nur freilich mit Ausnahmen, sowohl im Wirnt wieim Ariost), der weibliche Bote also bringt einen Zaubermantel znm Ge-schenk, bestimmt für die Frau, der er paßt. Passen aber wird er nurder völlig Tugendhaften. Dies ist dann ein anderer Tugendprüfstein,wie im Titurel die Brücke, wie im Wigalois der Stein. Nun ists lustig,wie der winzigen Frau des Maldus das Kleid zur Jacke und der riesigenDame des Jwein znm Reitkleid wird; Frau Jblis aber trägt cs davon.Dieser Witz war so beliebt, daß er in Novellen und Balladen über alleWelt, bis nach Nordland (in der Samson-, Fagras- und Möttulssage)verbreitet ward. Gleich zur Vergeltung muß aber Jblis hören, daß derabwesende Lanzelot ein Abenteuer in Pluris, der Burg, die noch vonseinem ersten Auszug seinen Haß trug, bestanden habe, aber bei der Kö-nigin dort in Kerkers- und Liebcsbandcn liege. Die Masscnie befreit ihnalso. Es folgen weitere Abenteuer; denn schon im Wigalois heißt es,daß die Tafelrunde nicht speist, ehe der Tag ein Abenteuer gebracht. DieKönigin, Arthur's Weib, muß noch entführt werden vom König Fallarin,denn dieses Ercigniß darf abermals in keinem dieser Gedichte fehlen.Dann erlöst Lanzelot ein bezaubertes Weib von der Drachengestalt, wasauch im Wigalois vorkommt. Und das Ganze endet mit Festen undHerrlichkeit nicht allein hier, sondern fast überall in diesen Romanen;und so hat sich schon Wolfram auch über die andere Eintönigkeit lustig