Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
266
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266 Ucbergaug zu der ritterl. Poesie der hohenstcnis. Zeit.

Beinamcn zu führen) Antheil, allein ihr Ohm wirst ihn schonungslos inden Kerker. Da aber Lanzelvt den Streit, den der Ohm seine Avcntiurenannte, bestehen will, so wird er loSgclasscn, und dieser Kampf bestehtnun darin, daß er erst einen Niesen, dann zwei Löwen und endlich denHerrn Linier selbst bestehen mnß. Der deutsche Dichter Ulrich muß nichtviel britische Romane gekannt haben; er nennt diesen Lanzelvt auch amSchlüsse eine fremde, eine sonderbare Mähre, und wie er hier von diesemKamps redet, den Linier seine Avcntiure nennt, scheint ihm das etwas ganzUnbekanntes, obgleich dies ein stehendes Thema in allen diesen Epen ist.So wundert Ulrich sich gleich wieder, daß die Sage nicht bemerke, wasweiter zwischen Ade und Lanzelot vorgcfallen sei. Der Deutsche kann sichgar nicht darein finden, daß diese Helden einmal im Verschmähen so lau-nisch find, wie ein andermal im Begehren, oder daß sie beides gleich kaltbetreiben. König Artus hört indcß von Lanzelots Thaten, und sendetden Walwain nach ihm aus, der ihn unterwegs trifft und sich Kampfesmit ihm versuchen will; die Streitenden trennt ein Herold, und ladet siezu einem Turnier ans der Wiese bei Joifle, der Stadt des Gurnamanz;Walwain folgt sogleich, allein Lanzelvt fährt ihm erst später nach. Auchdiese Situation ist in jeder dieser Dichtungen ein stehender Zug; unddaß nun auf dem Turniere der Held unbekannt erscheint und das Bestethnt und alle die trefflichsten Helden von Gawan bis auf Kcye nieder-wicft, das versteht sich nicht allein in diesem, sondern in allen Sagen-kreisen des Mittelalters von selbst, und nur dem ehrlichen Sammler derViltinasage mußte der Gedanke kommen, daß diese Ucbertreibung dochgewissermaßen eine Entschuldigung bedürfe. Die Jungfrau Ade mit ih-rem Bruder begleitet den Lanzelvt; sie kommen ans die Burg eines HerrnMabus, welche die Eigenschaft hat, daß sie den Tupfern feige macht;daher kommt Lanzelot wieder einmal in einen Kerker, und wird wiederbefreit, weil er sich wieder mit dem Bestehen einer Aventiure rettet.Diesmal fügt es nämlich der Zufall, daß eben jener Jveret, den dieMeerfci dem vom See als seinen Hauptfeind auf die Seele gebundenhatte, den Mabus belästigt. Die Sache ist, daß man in einem Waldean einem Brunnen eine Glocke mit einem Hammer zu berühren hat, wor-auf sich dann Moret zum Kampfe stellt. Aehnlich ist im Jwein ein Brun-nen mit einem Stein, auf den man mit einem Goldbccken etwas Wasseraus dem Brunnen gießt, worauf ein furchtbares Gewitter sich erhebt,nach welchem der Herr des Abenteuers erscheint; dies sind Züge, diesich auf uralten keltischen Aberglauben zurückbcziehen, der im ganzenMittelalter in der Bretagne bezeugt wird und bei den Bergbewohnern