Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
264
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264 Uebcrgang zu der riltcrl. Poesie der hohenstauf. Zeit.

rilgcn könnte, diese Ausgabe ist wohl genannt und wieder genannt, abernicht gelöst und nicht einmal verfolgt. Und was dem jungen Helden selbstdie gute Natur gibt, welche im Gefängniß und in Roth keine Trauer ansich kommen läßt, ist auf keinerlei Weise natürlich und geistig erklärt,sondern cs ist eine Folge von den wunderkräftigcn Steinen der Krystall-burg; Steine aber, die in wunderbaren Beziehungen zu der menschlichenSeele stehen, ist etwas, was in allen diesen Romanen gleichfalls häufigwiederkehrt. Mit seiner guten Laune ausgerüstet geht also der gute Lan-zelot mit 15 Jahren in die weite Welt, versehen mit Waffen, die er nichtführen, und mit einem Roß, das er nicht reiten kann; und dazu erhälter die Weisung, den stärksten Ritter der Welt, Jvcret von Dordona, zubezwingen. Gerade so unbeholfen sendet auch Herzelaude den Parzivalaus und so auch tritt Wigamur auf; welchem Gedichte man Unrecht ge-than hat, wenn man es aus Parzival und Jwein und dem trojanischenKriege zusammengesetzt nannte, weil wir diese Aehnlichkciteu, wie wir-schen, ganz anders erklären müssen. Ein guter Zug ist noch, daß jetztLanzelot an eine Burg kommt, wo ihn ein Zwerglein mit einer Geißelschlägt (auch im Erck ist ein solcher ungezogener Zwerg mit einer Geißel),was er nicht rächt, obwohl er doch der Burg böse wird; dies deutetdenn etwa sein Naturell an, im guten Gegensatz zum Parzival, den gleichdie erste Beleidigung, die nicht einmal ihn selbst trifft, ganz irre undwild macht. Etwas zugestntzt wird nun unser Rcitersmann, der statt desZügels den Sattelbogen lenkt, in der Burg eines Jünglings NamensJoffrit, der ihm begegnet war, ähnlich wie Parzival beim Gurnamanz.Hernach stößt er auf zwei kämpfende Ritter, die er versöhnt und mitdenen er Gesellschaft macht. Irrende Ritter aber sind bekanntlich dieSeele dieser Dichtungen, und jeder sieht von selbst ein, wie dies mit demGeiste des Zeitalters zusammenhängt, und wie man nicht wirkliche Vor-bilder dieser Figuren in der wirklichen Welt suchen muß, obgleich csReiseabcntcurcr im Mittelalter genug gab, die nur eher eine Folge alsein Muster dieser poetischen Figuren waren. Sie kommen dann zusam-men auf Burg Morciß, wo Galagandreiß wohnt, der die böse Sittehat, seinen Gästen übel mitzuspielen, wenn sie das Geringste missethnn.Haus- und Wegthrannen, bedrängte Frauen und Reisende müssen natür-lich ein vielfältig wiederkehrender Stoff in den Erzählungen von verlieb-ten Abenteurern sein; und dann wollen wir auch aus die schreckhaftenNamen merken, welche noch die späte Kunstpoesie der Italiener so unent-behrlich fand, die schon einem Wirnt anstößig waren, und deren Ur-sprung hier zu suchen ist. Die französischen Ucbersctzcr mögen ans