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1 (1853)
Entstehung
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260
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260 Uebergang zu der rittcrl. Poesie der hohenstanf. Zeit.

ausnahm. DaS weltliche Rittcrthum mit scincm äußeren Leben, seinem in-nern Gcfühlstandc, seinen höfischen und kriegerischen Sitten, seinen sinn-lichen und sinnigen Freuden zog hier ein und Arthur und sein Hof wur-den zum Ideal alles höfischen Lebens, seine Tafelrunde zu Musterbildernaller ritterlichen Eigenschaften und Eigenheiten auSgcbildet. Im Mittel-punkte dieser Eigenheiten stanv der Minncdicnst, der in den Arthurro-manen breiten Eingang fand, wozu in den wenigsten Volksepen heroi-scher Ueberlieferung nur eine Möglichkeit gegeben war; von dieser Zeitan ist es, daß das Thema der GeschlcchtSlicbe der nothwendigste Bc-standtheil aller Dichtung, nicht zu ihrem Vvrthcile, geworden ist. DieseFeier der Liebe in den Arthnrsagen verknüpfte dieselben anfS engste mitdem lyrischen Gesänge der Ritterschaft; sie blühten und verblühten mitdiesem, nnd schilderten mit ihm um die Wette die Herrlichkeit des ritter-lichen Lebens. Aber diesem Leben mit all seinem Glanze, und dieser briti-schen Dichtung, die cs darstelltc, war ihre Weltlichkeit gleichwohl einHinderniß, der religiös bewegten Zeit auf die Dauer zu genügen. Diechristliche Idee, die sich die fränkische Sage ganz unterworfen nnd selbstdem heidnischen Alerander eine Seite abgewonncn hatte, drängte sichauch in die Arthurromane hinein und gestaltete sie in der Gralsage inner-lichst um. Wir werden daher in dem Parzival unseres Wolfram ein Ge-dicht dieser Gattung kennen lernen, das sich den höchsten Zcitideen, diesich in den Karl- und Alerandcrliedern aussprachcn, innerlichst anschlicßt,während zugleich in Gottfried's Tristan das weltliche Prinzip des Ritter-thnms in aller Nacktheit verherrlicht erscheint.

Beide Gedichte stehen neben HartmannS Erck und Jwcin, nachForm nnd Inhalt anSgebildct, ans der Höhe unserer ritterlichen Epik;wir haben zwei andere Arthurromane, die uns in beiden Beziehungenmehr zu der anfänglichen Beschaffenheit der rohen britischen Quellen zu-rücklcitcn, von denen diese Gattung ansgcgangcn ist. Das Eine ist derTristan von Eilhart von Oberg, einem Dienstmanne Heinrichs desLöwen, der in den 70er Jahren des 12. Jahrh. verfaßt und in nieder-deutsch gefärbten Bruchstücken erhalten, vollständig aber in einer Ueber-arbcitung noch des 12. Jahrh. bekannt ist^«). Das andere ist derLanzclot von Ulrich von Zazikovcn'O') (Zezinchovcn), einem thurgaui-schen Dichter, der seine französische Quelle am Hofe Kaiser Heinrichs imBesitze Hugo's von Morville fand, eines der Geißel, die dem Herzog

266) Heidelberger Hs. 346. Die Bruchstücke in Hoffmann'S Fundgruben I, 232.

267) Ausg. v. Hahn. Frankfurt 1843.