258 Ucbcrgang zu der ritterl. Poesie der hohenstaus. Zeit.
lebhaften Aufschwung; die Ausbreitung feiner Sage über Europa folgtein reißender Schnelligkeit durch die französischen Romane von einzelnenHelden seiner Tafelrunde. Zu einigen dieser Romane sind erst neuerlichdie britischen Quellen bekannt geworden^).
Diese wälschcn Mabinogion sind nach dem Nrthcile aller Kennerin Gottfried's Zeit, nach einer späteren Angabe ans Anlaß des obenerwähnten Grnffydd ab Kynan (ff l 137), gesammelt, in Prosa nmge-setzt; sic berufen sich aber auf frühere Quellen und sind, schon nach denunterlaufenden poetischen Stellen zu schließen, ans Liedern entstanden,die nicht unter gelehrten Barden, sondern im Volke selbst ihren Umlaufhatten. Die volksmäßige Grundlage ist darum doch in diesen Mährchenso gering, wie in den Erzählungen unserer Fahrenden aus dieser Zeit;die wenigsten der Helden, die hier anftretcn, haben mehr als dem Na-men nach eine geschichtliche Beglaubigung oder altdichterischc Ucbec-lieferung, gerade wie die, welche die späteren Gedichte in Deutschland umDietrich und Siegfried versammeln; das meiste ist ohne Zweifel neueErfindung. Einige der Mährchen sind ganz walisischer Erzeugung,und diese sind, mit Ausnahme des Peredur, ohne Einfluß auf die euro-päische Literatur geblieben; sie machen Arthur und seine Helden zumThcil (wie das Mährchen von Kilhwch und Olwen^'""') zu Riesen inden ungeheuersten, scherzhaften Ncbertreibungcn, die ganz dem Geschmackder Bänkelsängerepen entsprechen, die wir vorhin in Deutschland gefun-den haben. Zwei andere, die Quellen zu Jwcin und Erek, tragen dieSpuren von französischen Einflüssen, Anspielungen auf normannischeSitten, Waffen, Trachten, aber auch sie sind unleugbar von britischemUrsprung, und die Annahme ihrer Entstehung oder Ausbildung in Bre-tagne reicht hin, jene fremden Zuthatcn zu erklären. Die Züge des neuenritterlichen Lebens und die Sitten eines auf dem Standpunkt heroischerHalbeultur sichen gebliebenen Stammes mischen sich in dem Inhaltedieser Mährchen in seltsamer und ungeschickter Weise; man steht mitEinem Fuße in einer ganz fremdartigen Welt, während man mit dem
263) Hie Ulabinogioa lroni tbo Locli (nad boak) o Ilerxest eko. bz'll.ad)'Lliarlotte 6uest. Imndon 1838— 4 g. Val. 1—7. Die Arthnrsage und die Mährchendes rothen Buchs von Hergest. Von San Marte. 1842.
261) Robert Vaughan , in de» IirUisd amlguilies revived. 1662. >>. 14, »acheiner Anführung in Villemarquü'S ennte8 popul. »ncians brotons. g. 42.
265) In San Martes Beiträgen zur bretonischen und keltisch germanischenHeldensage. 1847.