Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
256
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256 Ucbergang zu der rirterl. Poesie der hohenstaus. Zeit.

Willen zugeben muß. Es sind^) nur wenige wälsche Oertlichkeitcndarin genannt; es ist Arthur'ö Sitz nach Caerllion, nicht wie bei denWalisen nach Gelliwie in Cornwall, gelegt; cs ist die Geschlechtötafelder kambrischen Könige abweichend von den kymrischen Quellen; cSstimmen die Erzählungen von Arthur, die sich mit Ncnnius' Berichtenberühren, nicht mit dieser wälschen Neberlieserung zusammen. DieTheile aber, die den Krieg Arthur's mit Lucius Tibcrius behandeln, dieeine Bekanntschaft mit Italien und den Alpen, mit Paris und Burgundzeigen, wie sie in Malis sehr fern lag, verrathen am meisten einen jun-gem Ursprung auf französischem Boden. Denn hier soll Arthur sichtlichden großen Helden der Dichtersagen von Alcrander und Karl gleichge-stellt werden an Weltherrschaft und Kriegsmacht; ein großer Kriegszug,eine Völkerschlacht wird beschrieben, an der alle Welttheile mitkämpfcn,und eine Menge Helden auftretcn mit jenen wunderlichen, orientalisch-griechisch-römisch-homerischen Namen, wie sic im Titnrel und den spä-teren Alerandriadcn üblich sind. Hier huldigt der Erzähler dem neuenDichtungsgeschmacke; hier folgt er auch nicht mehr dem alten Buche,das aus älteren Gesängen und Fabeln geschöpft haben wird, sondernden mündlichen Mittheilungen des geschichtkundigen Walther. Die dun-keln Merlin und Arthur leuchten hier in neuem romantischen Glanze,ohne den sich ein wälscher Held nicht in die große Gesellschaft der altenund neuen Lieblingshclden des Festlands wagen durfte. Mit diesem Sa-geninhalte aber führte das Buch (und dies ist eine außerordentliche Wir-kung) die kleinlebigen, der großen Zeit bis dahin entfremdeten Britenneu in die Welt ein als ein Volk von ebenbürtigen Thaten. Auch dieSittenschilderung dient unwillkürlich diesem Zwecke. In dieser Geschichtedes britischen Alterthums ist nichts von dem alten Druidenwescn undüber das heidnische Zeitalter deö Volkes zu lesen. Herbert^'") sah darindie politische Absicht, jene Eigenthümlichkeitcn, welche die Briten inStaat und Sitte den neuen Völkern entfremdeten, zu verstecken und zuüberfirnissen, um die Geschichte von Wales durch den christlich ritterlichenAnstrich des Buchsin der Christenheit einführungsfähig zu machen",so wie schon vorher die mönchische Legende massenhaft den Grund ein-genommen hatte, der von dem Druidismus verlassen war. Allein wennGottfrieds Quelle aus der Bretagne stammte, so konnte seine Chronik

259) Eine Bemerkung von Rees, in den rvelsli 8»in!s.

260) /r. llerlmM (der Verfasser von Kritannia »kter tlio liomsns und desdruidism), Ovcioi>s LlirisUanus. London 1849.