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1 (1853)
Entstehung
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255
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Einführung britischer Dichtungen.

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Fürsten, daß selbst normannische Häuptlinge ähnliche Einrichtungen eifer-süchtig cinsührten, ja daß noch spät die normannische Politik nöthig fand,den Aberglauben an Arthur's Fortlebcn zu bekämpfen, indem sie dasGrab und die Gebeine desselben entdecken ließ. Auf dem Grunde diesergroßen politischen Veränderungen in Wales begreift es sich leicht, wiesich der plötzliche und neue, erst volköthümliche, bald weltkundige RuhmArthur's in Geschichte und Dichtung ausbreiten konnte. Der große lite-rarische Anstoß dazu geschah durch die Chronik Gottfrieds (Gruffydd abArthur), des Erzdechanten von Monmouth. Auch sie stand mit jenerneuen nationalen Bewegung, mit jenen politischen Zwecken in einer Ver-bindung. Sie ist Robert von Caen, dem Grafen von Gloecster, gewid-met, einem Enkel des alten Rhys, dem Gatten der Erbtochter des Nor-mannen Robert Fitzhammon, der nach Rhys' Falle seit 1091 die Herr-schaft von Glamvrgan hatte; Robert von Gloecster regierte von 11101147; er war den alten Bräuchen der Briten günstig wie ihrer Sageund hatte die Hand im Spiele bei dem Werke Gottfrieds, seines llnter-thanen.

Es ist nicht unsere Sache, uns in den Streit über die Quellen unddie Herkunft dieses lateinischen Buches zu mischen^), das unter denBriten die Anfänge der neuen epischen Kunst als ein ebenso merkwürdigerMarkstein bezeichnet, wie auf dem Festlande Leo's Schlachtenbuch undder Pseudoturpin. Daß der Hauptinhalt der Gottfried'schen Chronikwirklich aus der Bretagne stamme, scheint uns in den angeführten allge-meinen Verhältnissen mit Wahrscheinlichkeit begründet zu sein, wie inder Beschaffenheit des Werkes selbst, was sogar Stephens fast wider

258) Alles ist über diese Quellen im Unsichern. Gottfried's Chronik soll aus einerbritischen ins Lateinische übersetzt sein, die der Archidiaconuö Walther von Oxford ausder Bretagne gebracht. Diese ursprüngliche Geschichte der Könige (kirnt lireniuoeMI)ist verloren. Sie ist oft ganz abgelengnet worden, aber ihre Existenz wird auch durchGaimar'S estorio il'Lngles um ! 14547 bezeugt. Sie wird von dem Einen für einpoetisches, von dem Andern für ein prosaisches Werk gehalten. Der Vermittler WaltherCalen ist oft, nnd noch von Stephens, mit dem späteren Walther Mapes verwechseltworden. Die Walisen, wie der Verfasser der Uritannin alter Nie liomans, geben demBrut walisischen Ursprung und leugnen die Herkunft aus der Bretagne. Die lateinischeChronik ist wieder ins Wälsche übersetzt worden; eine von den Handschriften dieser Be-arbeitungen, die älteste, gibt sich als ein Werk des Erzdechantcn Walther selbst, der denalten Brut aus dem Kymrischen ins Latein übersetzt (d. h. durch Gottfried übersetzenlassen), im Alter aber aus dem Latein ins Wälsche rückübersetzt habe. Diese Verwirrungkann mir Jemand schlichten, der alle Handschriften und alle Bearbeitungen miteignen Augen verglichen hat.