234 Uebergang zu der ritterl. Poesie der hohenstaus. Zeit.
finden konnte, wenn sie in einem günstigen Augenblicke dorthin ver-pflanzt wurde.
Eine solcher Zeitpunkt trat gegen Ende des 1t. Jahrh. ein. Eswaren die Zeiten, wo sich die Krcuzzüge vorbereiteten, wo der Cid seineHeldenthaten gegen die Manren verrichtete, wo die Normannen ihreHerrschaft in Italien begründet hatten und die Eroberung Englands vor-bereiteten, au der sich viele Bretagner betheiligten. Der Fall der Angel-sachsen (!066), ihrer alten Feinde, berauschte die Briten mit neuennationalen Hoffnungen. In Wales gab es gleichzeitig Veränderungen,die kleine Seitenstücke zu jenen großen Volksbewegungen wurden. ImI. 1080 kehrte Gruffydd, Kynan's Sohn, aus Irland nach Nordwales,und erwarb von dem Usurpator Trahaern sein Erbe zurück; er regiertebis 1137 und eröffnete das glänzendste Zeitalter walscher Geschichte undLiteratur; ein verjüngter lyrischer Natur- und Minnegesang erschalltedamals aus der bestäubten Leier der Barden; cö folgte eine Reihe vonHäuptlingen, unter denen sich Wales selbst gegen England auf längereZeit in einer gewissen Selbständigkeit behauptete. Kurz vorher, ehe dieseZeit für Nordwalcs anbrach, hatte 1077 der alte Rhys ab Tcwdor dieHerrschaft von Südwalcs angetreten, der nach langer Abwesenheit ausBretagne rückkehrte, wo er das Partcitreibcn in Wales beobachtet hatte.Er brachte nach wälschen Nachrichten^"') das System der Tafelrunde,das sich in Bretagne an Arthurs Namen geknüpft hatte, nach Wales zu-rück, wo es vergessen war, wenn es je bestanden hatte; er verband damitdie bardischen Gorsedd's, zeitweilige Versammlungen und Prcisbcwer-bungen der Barden „wie zu Zeiten Arthnr's". Diese Tage wurden inNordwales nachgcahmt; sie pflegten über beide britische Inseln auS-gerufen zu werden; den wälschen Fürsten, unter denen viele sonst undjetzt wieder selber dichteten, bereiteten sie den Ruhm, die Ersten in Schä-tzung der Kunst zu sein, und sie machten. eS den englischen Königen fastzur Nothwendigkeit, in dieser fürstlichen Würdepflicht ihrerseits nichtznrückznbleiben, was dann, wie wir sahen, nach Frankreich und Deutsch-land anregende Beispiele gab. Diese Wiederkunft Arthur'ö war, nachdem Geständnisse lebender Walisen selbst, ein trefflich auf die Natur desVolks berechnetes Mittel, um den spasmodisch und nur auf Anstöße wir-kenden Nationalgcist der Kambricr anzufeuern; es belebte Arthur ineinem nationalen Sinne in dem Maaße wieder, daß andere wälsche
357) In denJolo-Handschriften, angeführt in Hi. 8lepi>ens, IN. ot llie Ir;>nir^.I8LS. p. 33V.