Einführung britischer Dichtungen.
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Es hatte seit der Auswanderung zwischen Mutter- und Tochterlaudnie an den Berührungen gefehlt, die einen Austausch, eine Vertagungder wälschen und bretagnischen Sagen möglich machten. Zu Zeiten weißman, daß einzelne Geistliche zwischen beiden Landen ab- und zugingcn;im 7. und 10. Jahrh. nennt man einzelne Familien, einzelne Abenteu-rer, die nach Wales znrückwanderten; im Anfang des 11. Jahrh. ließensich flandrische Colonisten in Glamorgan nieder, der rechten Stätte wäl-scher Dichtung, wohin und woher der Austausch der beiderseitigen Sa-gen am eifrigsten betrieben werden konnte. Ohnehin waren so viele Zügedes britischen Sagen- und Aberglaubens ein Gemeingut nicht allein die-ser, sondern aller keltischen Stämme, und schon in viel älteren Zeiten.Kannte doch schon Augustin jene Sagen von der Verbindung der Dä-monen mit menschlichen Frauen, die so oft in den britischen Mährchcnbegegnen. Wußte doch schon Pofidonius von der runden Tafel der Gal-lier und ihren Kampfspiclcn nach dem Mahle. Waren doch schon demPlinins und anderen Römern so manche Züge des Druidenwesens be-kannt, die Feen und Zwerge, die übernatürlichen Triebkräfte in aller bri-tischen Dichtung, die bezauberten Wälder und wunderbaren Quellen, diein allen britischen Mährchcn bis zum Ikeberdruß wicderkehren. Es istdaher kein Wunder, daß sich die armorikanischen Lais und die walisischenMabinogion in so vielen Zügen begegnen; daß die Sagen des einenLandes in die Ocrtlichkeiten des anderen verpflanzt wurden; daß in denheute erst ausgezeichneten bretagnischen Volksliedern die Lieblingsgcgcn-ständc wälscher Sage ansstoßen; daß selbst Stellen und Strophen dieserLieder in alten wälschen Erzählungen nachgcwiesen wurden^); daß dieLegenden wälscher Heiliger die weltlichen Geschichten von Arthur^')und die Wnndcrsagcn von seiner und Merlin's dämonischer Geburtbestätigen. Es ist kein Wunder, daß die Sage von Arthur, wie sie sichin Volksliedern oder bei gelehrten Bearbeitern in Armorika gestaltet hatte,neu und unerhört wie sie war, in Wales eine begeisterte Aufnahme
254) S. Villemarqu« zu den Nummern 4. und 5. seiner Sammlung.
255) billis, specimens el,c. I'oin. I. p, 100. Note 2.
250) kinleerton, vitae antig. sanctoruin. g. 200. Aus Jocelins Leben des hei-ligen Kentegern citirt Dunlop I, p. 214. folgende Stelle: ^udivimus, ki-eguontersumgtis lransSxiis guottarem gudioitiam expuxnatam esse, ipsamgue iloltoratam«arrugtorem sui minima nasse, kotuit aliguiü Iiufus madi Iinie puellas aeoidisse.Dies bezieht sich auf die Mutter des Heiligen, der ähnlich wie Merlin und wie Aleranderin der orientalischen Sage geboren ist.