Einführung britischer Dichtungen.
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selbe Mann, der uns zuerst mit den kostbaren Schätzen des bretagnischenVolksgesangö auS einer Reihe von Jahrhunderten bekannt gemacht hat.Noch sehlt unter den vielen Forschern und Liebhabern der britischen Lite-ratur und Geschichte ein Mann wie Jakob Grimm, der die Sprache er-gründet, ihre Perioden umschrieben und den Quellen die Zeit ihrer Ent-stehung mit Sicherheit angewiesen hätte, ohne welche Vorarbeit man inLabyrinthen fadenlos umirrt; doch ist unstreitig unsere Keuntniß dieserGebiete in mancher Weise bereichert und manche weitere Aussicht geöffnetworden. Wir begnügen uns im folgenden mit den allgemeinsten Andeu-tungen der am meisten sicheren und der für unsere Aufgabe wichtigerenThatsachen.
Die ältesten Reste kymrischer Dichtung, die wir als zweifellos ächtkennen, sind einige Bardengesängeaus der Zeit der angelsächsischenEroberung Englands, aus dem 6. Jahrh. Die meisten derselben spiegelndiese Zeit nationalen Unglücks ab; es sind heroische Klaggedichte, ent-blößt von thatsächlichem Inhalte, im Ausdruck großrcduerisch, wie allekeltische Schrift und Rede schon den Römern erschien, im Sinn geheim-nißvoll, dunkel, ordnungsloö und abspringend, aber frei von den Wun-derlichkeiten und Rohheiten, denen man in den späteren Erzeugnissenbritischer Dichtung begegnet. In diesen Elegien sind unter Anderen schondie Namen der Owen (Urien's Sohn), Arthur und Gcraint gefeiert, diespäter in der romantischen Epik verherrlicht durch alle Welt gingen. Abersie erscheinen hier noch in ganz nüchterner, geschichtlicher Gestalt; derRuhm Uricns überstrahlt weit den des Arthur, dessen Name bei Gildasund Beda nicht einmal genannt wird; keine der romantischen Zuthatender späteren Arthurromane ist an die Thaten dieser Helden geknüpft.Noch viel gewisser aber gehören die mythologischen Arthurfabelu^) denspäteren Zeiten an, wo (schon im 12. Jahrh.) Giralduö CambrensiS dasVerderblich der alten Gesänge unter den Händen der neuern Barden be-klagte, deren unsinnige Mystik die ähnliche Ausartung in der wälschenDichtung bezeichnet, wie die unserer Gnomiker des 13. Jahrh. den Ver-fall der ritterlichen Poesie in Deutschland.
250) Villeinarguö, -ivenies des bardes öoetons du VI. siöolo. Paris 1850.
251) Wir unterzeichnen mitVcrgnügen den folgenden Ausspruch San Marte's, dieArthursage u. f. p. Z. „Es fehlt uns der Scharfsinn vielleicht, gewiß aber der ver-zweifelte Muth, aus den Sagen von Arthur unter Anknüpfung seines Namens an denPolarstern und seiner 12 Feldzüge an die 12 Monate oder an die Apostel, ein Gespenstvon WeltschöpfungS-, Sonnen- oder sonstigem überschwenglichen MpthuS heraufzube-schwören, wie es mit der Sage von den Nibelungen und Tristan geschehen ist."