Einführung britischer Dichtungen.
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Walther der byzantisirendeNuodlieb, der geistlichen Dichtung in Oesterreichdie flandrischen Thicrmährchen, in der Legende der Antheil des Nieder-rheins dem von Baicrn und Oesterreich. Diese doppelseitige Bestrebungspiegelte sich in der Durchkreuzung der Mundarten ab. Wir sahen, wiesich Rheinländer die österreichischen Dichtungen aneigncten und überar-beiteten; wandernde Sänger bemühten sich, die Mundart ihrer Geburtzu vertauschen mit der ihres Aufenthalts; gegen Ende des 12. Jahrh.erhielt dann das Niederdeutsche ein sichtliches Ucbergewicht durch denAnstoß, den die französische Dichtung gab. Fast alle epischen Werke die-ser Zeit tragen die Spuren niederdeutscher Mundart, Roland, Rüther,Rudolph, Tristan, die Werke Veldcke's und Herbort'ö; hier dichtetenNiederdeutsche bald mit geringerer bald mit größerer Neigung oder Fähig-keit, sich des Oberdeutschen zu bedienen, das in Folge der hohenstaufischcnKaiserhcrrschaft mehr und mehr die herrschende Mundart und das Gesetzder ritterlichen Dichter ward. Es sind die von diesem niederdeutschenDialekte gefärbten Dichtungen, die wie durch ihre neuen Stoffe, so schondurch ihre Masse für die Aufnahme und Ausbreitung der fremden, ritter-lichen Dichtung die stärkste Anregung gaben. Daß diese Anregung vonNicderdeutschland ausging, ist so natürlich, wie daß im 18. Jahrh. dieenglische Literatur, die die unsere neu beleben sollte, zuerst eben dort an-sctzte. In beiden Zeiträumen war unsere Dichtung von auswärtigen,französischen und englischen Einflüssen überherrscht, im Dienste fremdenGeistes. Bcidcmale aber fand sich die deutsche Natur desto gründlicherwieder zurecht: wie dcnu im 13. Jahrh. im Hellen Gegensätze gegen dieritterliche Kunst und Sitte sogleich die praktisch-lehrhafte, mehr bürger-lich demokratische als ritterlich aristokratische Dichtung anfkam, die meh-rere Jahrhunderte hindurch jenen ächt deutschen Geist ernährte und auf-zog, der das Reformationswcrk schuf, die selbständigste Arbeit, dieDeutschland znm Besten der Menschheit vollbracht hat.
6. Einführung britischer Dichtungen.
Nicht wenig verstärkt wurde die Theilnahme und die BedeutungNiederdentschlands für die deutsche Epik durch die Einführung der briti-schen Erzählungen von Arthur und den Helden seiner Tafelrunde, diegleich mit den ersten Einwirkungen der französischen Literatur neben denDichtungen von Karl und Roland, von französischen Dichtern vermittelt,zu uns herüber kamen; eine Gattung von Romanen oder Epen von sehr