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Rolandlied vom Pfaffen Konrad.
die Blüte der französischen Dichtung nm sich sammelte, und die Chre-stien von Troyeö, Raoul von Houdane und Andere ansnahm und unter-stützte, als Philipp August (1181) alle Jongleurs und Menestrels vonseinem Hofe trieb. Damals standen die Trouveres von Hennegau ingroßem Preise, und es wird dies die Zeit gewesen sein, wo der flandri-sche Bolksgesang vor der fremden Sprache und Dichtung in den Hinter-grund trat. Zugleich fing nun die Literatur, ja alle Sitte und Lebens-weise der Franzosen ihre großen Einflüsse in Deutschland zu üben an^,wie sie vorher in England gethan hatte, wohin sie durch Einwanderungund Eroberung getragen war. Wir haben oben gesagt, was der Volks-sage der Franzosen die Befähigung gab, gleichsam das Gefäß aller epi-scheu Dichtung des Mittelalters zu werden; es ist dasselbe Verhältnißder Franzosen zu den Krcuzzügen, was auch diese ihre Einflüsse auf alleBeziehungen des Lebens der Nachbarstaaten und die Uebertragung derfranzösischen Dichtungswerke in fremde Sprachen vcranlaßte. Die Er-oberungen der Normannen in Italien und England hatten seit Karl undOtto den Großen zum crstenmale wieder die Welt auf die Großthatcneinzelner Helden gespannt, in den Krcuzzügen glänzten dann die Fürstenund Ritter von Bretagne und Normandie, von Flandern und Brabantallen anderen voran. Hatte der Name der Franken ein halbes Jahrtau-send seit Chlodwig den Westen erfüllt, so überstrahlte er jetzt auch imMorgenlande jeden anderen Volksnamen; und der Hauptruhm fiel im12. Jahrh. auf die kleinen Fürsten und die Ritterschaft der französischenNordseestaaten zurück. In diesem Ruhme war eine ungeheure Anregungnach allen Richtungen des Lebens gelegen. Der Ton jener kleinen Höfewurde der »maßgebende für die höheren Stände aller Laude; flämischeund wallonische Sitte war das Muster alles seinen Benehmens, die Ge-gensätze des Höfischen und Dörperlichen (ovuetois und villuu), die dieSittenregcl der Zeit beherrschten, wurden hierher entlehnt. Die Bräuchedes ritterlichen Lebens verpflanzten sich von da nach Deutschland; Zeugeund Kleidungsstücke, Tänze und Instrumente, Turnier- und Jagdbräuchewurden in den höheren Kreisen mit französischen Namen belegt. Der An-stoß zu einem selbständigen städtischen Leben ward aus Flandern gegeben,die staufischcn Zeiten sahen es sich zuerst in Deutschland entfalten. Deut-sche Geistliche machten nicht selten ihre Studien in Paris und wir sehendaher, ehe noch die Walther und andere ritterliche Sänger ihre Wan-derfahrten nach Frankreich ausdehnten, die Geistlichen zuerst im Stande,
?48) Vgl. Wackeruagel, Altfranz. Lieder und Leiche. 1846. x. 166. ff.