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1 (1853)
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241
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Rolandlied vom Pfaffen Konrad.

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Zeiten durchdaucrte und die die verschiedensten Nachahmer, die Uhlandin seinen Romanzen und Calderon in seinen Dramen nicht fehl gehenließ. Angst, Zaghaftigkeit, Scham, Groll und der aus allem diesementspringende Verrath, den er auf seiner verhaßten Gesandtschaft mitMarsil gegen Roland anzettelt, ist in langer Erzählung mit acht epischerAusfühklichkeit und großer psychologischer Wahrheit gezeichnet. Ucber-raschend ist dabei der acht heroische Zug, der auch in Homers Helden be-gegnet, daß es mehr die von der Einbildung vorgespiegelte Gefahr ist,die Ganelon furchtsam und feige macht; als er an Marsils Hof seineBotschaft bestellt und dieser zornig mit dein Stabe nach ihm schlägt, greifter ans Schwert und zeigt sich als tüchtigen Rittersmann, und wie erdann wieder vor den König beschieden wird, finden ihn die Herren undFürsten, die nach ihm gehen, unter einem Baume mit so scheugebieten-dcm Antlitz, daß sie nie einen furchtbareren Mann gesehen. Dieser ganzeVorfall erklärt auf eine vortreffliche Art die Versöhnung Marsils mit

ihm, die Geschenke, mit denen er ihn nun überhäuft, und den Verrath,der nun gesponnen wird; das Benehmen des Ganelon dabei aber zeigt

ihn, wie Homer's Paris, auch iu seiner Verworfenheit noch als einenHelden. Sein Verrath wird mit dem des Judas verglichen, der denHeiland opferte; verkaufte Judas ihn allein um wenige Pfennige, soverkaufte Ganelon viele herrliche Christen um eine große Last Goldes;der Teufel bethörte ihn, seinem Hasse und der Bestechung nachzngeben,und der in der äußeren Erscheinung herrliche Mann ward gleich demBaume, der außen grün und innen verdorrt, außen voll und innen hohlund wurmstichig ist; er ward der Verräther, von dem David sagt: erhat seine Zunge gewetzt und meine Feinde auf mich gehetzet (V. 1441 ff.).Ganelon kommt dann zurück, bringt von Marsil eine täuschende Bot-schaft, und das Land Hispanicn soll ihm um seinerVerdienste willen ver-liehen werden, allein er lehnt diese Ehre und Würde auf Roland heim-tückisch ab. In der Nacht hat Karl schwere und ahnungsvolle Träumefür seinen theuern Neffen; doch wird Roland zum König von Hispaniengekrönt. Neberall erscheint auch dieser wie ein Frohnbote, wie Karlsauserwähltes Rüstzeug. Engel haben ihm sein wunderbares Horn undsein Schwert verliehen, und als bei seiner Belehnung seine Lanze dreimalin einen Stein eindringt, ward offenbar, daß er mit Gottes Gnade be-haftet sei. Wie Krenzhelden ziehen Roland und seine Gesellen nach Spa-nien ab, um keines anderen Gewinnes willen, als um Gottes Liebe.Hier nun treffen sie auf das heidnische Heer, das ihnen in Folge vonGanelons Verrätherei den Untergang bereiten soll. Die Helden erheben

Gcrv. d. Dicht. I. Bd. j g