Nolandlied vom Pfaffen Konrad.
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sind. Wie sich Frankreich durch seinen schönen und warmen Antheil anden Kreuzzügen zum Verfechter der Christenheit machte, so ward auchseine Dichtung der Kern der mittelalterlichen Poesie, eben durch jeneEigenheit, daß überall die höchsten Ideen der Zeit und der Quell ihrerBestrebungen den freiesten Eingang darin fanden. Was auch die Britender Dichtkunst entgegenbringen mochten, das Hauptsächlichste ist dochwohl erst durch den Umgang mit den Franzosen unter den Bretagnernangeregt, und wieder würde Alles wirkungslos uutcrgcgangen sein,wenn nicht die Normannen ihre Werke in eine Sprache übersetzt hätten,in der sie allein Verbreitung finden konnten. Und selbst dann war offen-bar das, was durch französische Hände zugesetzt ward, da cs aus derZcitgenommen und für die Zeit bearbeitet war, daS, was selbst an diesenbritischen Dichtungen am meisten anzog. Die älteren Parzivalc, Lanzc-lote und andere Arthurromane wurden in den Geist des fränkischen Eposübersetzt und so erweitert und verändert, daß sie den glaubcnsritterlichenZuschnitt bekamen, der sie am meisten empfahl. So sammelte sich inder fränkischen Sage zuletzt der große und unverwüstliche Stoff, an demsich sowohl die höchste Vollendung im Ariost, wie die ärgste Ausartung inden Prosaromancn offenbarte.
Die Sage von der Roneevalschlacht ward in Frankreich frühe inden Gesängen der Jongleurs umgetragcn; sie erhielt dann im 11. Jahr-hundert in der lateinischen Prosa, die unter Turpins Namen auftrat, undin dem französischen Nolandlied von Turoldus schriftliche Abfassung.Beide Werke lassen uns auf die Einflüsse des Geistes der Zeiten, in denensie entstanden sind, durchblicken, und ziehen uns dadurch besonders zur Ver-gleichung mit dem deutschen Gedichte unserö PsaffenKonrad an, dessen Fär-bung vonjedem der beiden fremden Werke verschieden ist. Die französischenForscher, die sich mitdcm Rolandliede beschäftigt haben, sind, wie sehr auch inbedauerlichen Zwist unter sich verfallen, doch darin alle einig, daß sie denTert, den sie für den ältesten halten, ins 11. Jahrh. setzen; die Sprachescheint dieser Annahme nicht zu widersprechen; der zehnsilbige, assonircndeVers begünstigt sie, der in Frankreich, che Alexander vou Bcrnay den Alex-andriner einführtc, das altepische Maaß war. Die Herausgeber des fran-zösischen Rolandliedes gefallen sich daher in dem Glauben, daß dasRolandlied, das Taillefer 1060 vor der Schlacht bei Hastings zur Er-muthigung der Normannen sang, nichts anderes gewesen sei, als ciu Theildes Gedichtes, das wir noch heute» lesen. Gönin suchte es sogar wahr-scheinlich zu machen, daß der Dichter einerlei Person sei mit Theroulde,dem Erzieher Wilhelms des Eroberers, dem Vater eines vielgenannten