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1 (1853)
Entstehung
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Rolandlied vom Pfaffen Konrad.

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gesprochen ward ! Ist er doch mit allen seinen großen Ansprüchen aus Ruhmund durch die Erinnerung an seine Macht eine Art von Allgemeinbesitzaller Völker, nicht blos in poetischem Sinne, geworden. Die Spanierzwar setzten frühe in ihren Romanzen eine nationale Feindschaft gegenihn, denn in ihren Liedern von Bcrnard del Carpio theilt dieser mitMarsil den Ruhm des Sieges in Ronceval. Allein Italien kannte ihnals den Hersteller des Westreichs, die Bretagne nannte Karl Märtel denihrigen; ob Karl ein Deutscher oder Franzose von Geburt sei, stritt manvon jeher. Zwischen Deutschland und Frankreich mochte ohnehin einpoetischer Austausch und ein gemeinsamer Verkehr länger gedauert haben,als wir wissen; jener Walther von Aquitanien scheint auf eine Verbin-dung zwischen west- und ostgothischer Sage zu deuten, wie die Thiersageim Norden vermittelt; und ist nicht unmöglich, daß die Rolandlieder,wie die Sage von Ogier, ursprünglich auch in fränkischer Sprache gesun-gen worden stnd^). Zwar mochten in Deutschland die Sachsenkriege,wie in Spanien die Eroberungen Karls, einen feindseligen Eindruck hin-terlassen haben; man weiß, daß über diese Kämpfe die Sage frühzeitigthätig war, aber sic reizte nicht zur Fortbildung und ist bei uns nicht ein-mal zum Rahmen willkürlicher Erdichtungen gebraucht worden wie inFrankreichs). Dennoch aber war Karl, wie schon aus dem sprichwört-lichen Andenken hervorgeht, in dem sein Recht und seine Herrschaft blieb,in Deutschland in gutem Gedächtnisse und die Gedichte von ihm fandenbereitwillige Aufnahme. Vielerlei knüpfte sich in der Uebcrliefcrung anden großen Mann an; fremde Romane, wie Flos und Ruother, suchtengenealogische Verbindung mit ihm; jede gute Einrichtung, deren Ur-sprung im Dunkel lag, ward ihm zugeschrieben, und von Karls Rechtund Maaß, von seinem Lot und seinem Buche sang und erzählte die Dich-tung. Jede alte und neue Lieblingsanekdote, wie in Karl und Elegast,wie in dem Meistergesänge von Karls Rccht^), wie in vielen Novellenund Fabliaur zu sehen ist, ward auf ihn zurückgeführt.

Wir vermeiden es auch hier, näher auf die Entstehung der Sagevon Karl und seinen Pairs einzugchen, indem uns überall nur um dieGeschichte der Dichtung zu thun ist. Die Anlehnung der Rolandsage andie Geschichte ist offenbar, und es ist ziemlich einerlei, ob der Ruvdland

236)Der Hauch des germanischen Gesangs weht uns aus ihnen entgegen, wieselbst französische Kritiker gefühlt haben." Diez (Rom. Sprachdenkmale. I8L6).

237) In dem roinan ckes Laxans, eck. Ikr. ülieliel. 1839.

238) In Letzterem sind drei allgemein bekannte Anekdoten an Karl geknüpft. S.Docen im Altd. Mus. 2, 279. Grimm ebd. 226.