Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
229
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Alerandcrlicd vom Pfaffen Lambrecht.

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Winde gegeben, es aufzuwühlen! Dieweil ich Leben habe und meinerSinne Meister bin, muß ich etwas beginnen, was mir wohl thut. Wassollte uns das Leben, wenn euren Sinn Alle theilten, die in der Weltsind? Als nun aber der Eroberer an das Ende der Welt gelangt ist undalle die Drangsale überstanden hat, die sein Brief uns erzählte, jetztdünkte ihm noch nicht der Macht genug zu sein, und er will auch dasParadies haben und Zins von den englischen Chören! ,,Hio mugot iotnmglioit Iiooen! " ruft der Dichter; und doch! selbst jetzt versteht er,was die Sage mit dieser Geschichte will, innigst, oder er richtet sie sichzu seinen Zwecken zu; und obgleich in seinem Gedichte manchmal dergelehrte Geistliche heraussieht, der befangene Christ blickt an dieser ge-fährlichen Stelle nirgends heraus! Der Held hört den Rath der Altenund Jungen, jene rathen ihm ab, diese zu; der letzteren Rath däncht ihmgut. In Arbeit kam darum decckobende Wütherich, ruft der Dichter wie-der, seine alte Kraft hervorrusend, der der Hölle gleich war, dem Ab-grund, der nie gefüllt wird, der unersättlichen Höhle, die weder nun nochnie sprach: Dies ist was ich nicht mag! Ein Zug unter denSchrecknissen der Hölle, durch Gewürme und scheußliche Thiere, unterDonner und Blitz führt das Heer zum Eufrat, der aus dem Paradiesefließt, und sie sahen den Tod überall vor sich. Sie kommen endlich aneine Mauer und an ein Thor, schlagen und poltern daran, aber dieSchaaren der Engel darin beachten sie nicht. Ein Alter endlich fragt sie,was sie wollten? Ihr Singen sollten die da inne lassen und AlcrandernZins bezahlen. Der Alte aber läßt den König zur Demnth und Bekeh-rung warnen und gibt den Kricgölcuten einen Stein mit. Den Heldentrifft das Gewissen, und von der inneren Stimme nimmt er die Lehrean, die er von Müßiggängern nicht annchmen wollte. Den Stein deutetihm ein alter Jnde^); ec zeigt ihm, daß er die Gabe habe, eine großeLast aufzuwiegcn, und dock) seinerseits von einer Feder und ein bischenErde ausgewogen werde. Er lehrt ihn, sich nicht thöricht zu überheben;in Gierigkeit und Unersättlichkeit liege die Hölle; sic mache Abends undMorgens in Sorgen leben, wie stets mehr zu erringen sei; der Gierigesei der Nimmersatte Schlund der Hölle. Dem Stein gleiche der Mann,der wohl eine Last aufzuheben vermochte; doch sei es unwcise gewesen,

332) Die Allegorie ist in dem lat. Nor xuruäisum (Loil. rex. I'aris, 8519.toi. 49) durchsichtiger. Der Stein ist dort einem menschlichen Auge ähnlich undwiegt, in dieser Gestalt ein Sinnbild des Lebens, eine Masse Goldes auf, dann aberwird er mit etwas Erde bedeckt und so von einer Feder ausgewogen.