Alcxanderlied vom Pfaffen Lambrecht.
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Ursprung anderer Stücke, wie die Erzählung von den Mädchenblumcn,liegt noch im Dunkeln. Auch die Reise in das Paradies ist anderswoher(cker aä garaäisum) eingcschoben, so wie die ganze christlich orientalischeWendung am Schluffe und die salomonische Färbung, die Alberichs Zu-that ist, nichts mit der heidnisch gehaltenen lateinischen Quelle zu thnnhat. Alles was sonst von Alerandergedichten in England, in Frankreich,in Spanien und Deutschland bekannt ist, weicht mehr oder wenigergerade von diesem Zweige der Sage ab, den die beiden, der französi-sche und deutsche Dichter ergriffen; von dem Geiste ihrer Dichtung aberist nirgends eine Ahnung. Nicht lange vor dem Ende des 12. Jahrh.hatte die Sage eine ganz andere Gestalt durch Walthers von Lille (vonChatillon, Castiglione) lateinische Bearbeitung erhalten, der den Curtiusznm Faden nahm, wie wir im Ulrich von Eschenbach sehen können, derihm genau folgt, und dies lateinische Werk, aus dem man stellenweiseden Text des Curtius selber erläutern kann, erhielt ein solches Ansehn,daß man es in den Schulen den Klassikern vorzog. Das älteste, uns er-haltene, französische Alexanderlied (aus dem 12. Jahrh. aber jünger alsunser Lambrecht) ist auch von einem Pfaffen Lambert li Dor5 oder tmi-8(dem Krummen oder Kurzen) begonnen und von Alexander von Bernay,mit dem Zunamen von Paris, fortgesetzt (der doch schwerlich derselbegleichnamige Dichter ist, der den Athis nnd ProphiliaS schrieb, dieGeschichte einer aufopfernden Freundschaft, die mit dem Inhalte von Ami-ens und Analins Achnlichkcit hat, und die uns bruchstückweise auch ineiner deutschen Uebersetzuug, aus dein Anfang des 12. Jahrh., erhaltenistrrL). Aas französische Gedicht folgt wieder einer anderen lateinischenQuelle^''); es ist bei vielfach gemeinsamem Inhalte in Gang und Geistvon dem des Lambrecht ganz verschieden; die Veröffentlichung des brellten und peinlichen Werkes muß den Werth des rohen, aber geistvollenLiedes unseres deutschen Dichters erst recht ins Licht stellen. Mehr nachselbständiger Qucllenwahl ist das spanische Gedicht des Juan LorcnzoSegura de Astvrga verfaßt^), der die französische Arbeit des Lambertschon kennt. Der flandrische Alexander, den man dem Jakob von Maer-lant zuschreibt, leitet sich alsdann (nach Zacher) in zweiter oder dritter
223) Herallsgegeben von Michelant, leider nicht nach der ältesten Handschrift, fürden literarischen Verein in Stuttgart 1840.
224) Hrsg. v. W. Grimm, Berlin 1846. 4.
225) Dem ^lexaiiller Oe proeliis, oder vita, »eins et oliltus ellexanäri, zuerstin Utrecht 1403 gedruckt.
220) In der eolleceion von Landie?»