216 Ncbcrgang zu der rirterl. Poesie der hohcnstauf. Zeit.
das erst aus verderbten und abweichenden Drucken und Handschriften inseine ächte Gestalt hergcstellt werden muß, in der es theilwcisc in Ek-kard's (-si 1229) cronion univei-sulis ausgenommen ist. Dies Buch istvom Presbyter Leo, der in der Mitte des 10. Jahrh. den griechischenTort in Konstantinopel fand, zu Rom oder Neapel lateinisch bearbeitetworden^). Dies ist nun die augenscheinliche Hanptguclle dcö Aleran-dergedichtes von unserem Pfaffen Lambrecht^"), in dem man oft,und in den einzelsten Zügen noch bis auf den griechischen Tort znrück-blickt^"). Lambrecht hatte Leo's lateinisches Werk zur Hand, obgleich ernach seiner Angabe zunächst ein französisches Gedicht als seine eigentlicheQuelle nennt. Es ist von Alberich von Bcsanyon, einem Dichter, von demsonst nichts bekannt ist, als daß er (zwei verschiedene Dinge in einerFeder!) auch den Stoff des Daniel von Blumenthal dem Stricker ge-liefert^). Der verschiedenartige Ban deö Gedichtes in einen mehr histo-rischen und einen romantischen Thcil, die Einkleidung dieses letzterenin Briefform, die ganze Folge der Begebenheiten in dem elfteren, in Lam-brechts und ohne Zweifel auch in Alberichs Gedicht, ist aus Leo's Werkeentnommen. Nur die poetische Ausführung der Schlachten gehört denVnlgardichtern selbst; Einzelnes wie die Schlacht am Gramms, die Be-lagerung von Tyrus, die kritische Bekämpfung entstellender Fabeln'^')muß Alberich aus besseren historischen Quellen hinzugefügt haben. Der
218) Diesen Leo nennt Rudolf in seinem Alexander unter seinen Gewährsmännern.München besitzt eine Handschrift seines Werkes, ans dem 12. Jahrh., in der die näherenUmstände der Abfassung angegeben sind. Wir Hesse», daß Zacher das Werk Leo's undden Alexander des Rudolf von Ems, mit seinen Untersuchungen ausgestattet, heraus-geben wird.
210) In Maßmanns Denkmälern deutscher Sprache und Literatur. 1828. Wie-derholt in seinen Gedichten des 12. Jahrhunderts. Meine Citate sind aus der erstenAusgabe. Die neueste Ausgabe mit Uebersetzung in: H. Weismann, Alexander vomPfaffen Lambrecht. Franks. 1850.
220) Vgl. A» Philipp!, sur 1' origins (Io 1' -rlexandreide du Llere lmmliert.Düsseldorf 1840.
221) Ich weiß nicht, woher Wackernagel hat, er sei Mönch zu Clugny gewesen,um 1138»
222) Gleich im Anfänge eifert Lambrecht trefflich gegen die schmutzige Geschichtevon NectanebuS und Aleranders Geburt:
iVooli spreeliint inanige lugenere, dar eins gnnlieleres SUN rvere,^lo.rander, dar 11i u von sagen: sl liegend also böse ragen,alle di is ie gedaebten, rvande er rvas reelile Icunineslaliie.sullie lugen inere sulen sin unmere! egeIicben 0 ruinen in a n.