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1 (1853)
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215
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Alcranderlicd vom Pfaffen Lambrecht.

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Tribut empfangen. Alle diese Vorstellungen des Ostens und Westens,die Ausgeburten der glühendsten Phantasie, die von den mächtigstenGegenständen erregt und auf die großartigsten Ideen gerichtet war, unddazu die Berichte der Geschichtschreiber, mischten sich im Laufe der Zeitenwirr durcheinander. Mit dem ächten Kallisthenes, zur Lebzcit Alexandersselbst, hatte seine unächte Geschichte begonnen, in dem sogenanntenPseudokallisthcncs erhielt die Sage ihre griechische Vollendung undmachte dann ihren Weg durch die mittleren Zeiten in allen Sprachen unddurch alle Völker. Diese Quelle ist bei uuS neuerlich (von Karl Müller)hcrauögcgebcn worden und Weismann hat sie durch eine UebersetzungJedermann zugänglich gemacht'"^. Der Ort der Abfassung des griechi-schen Werkes ist Alexandrien, die Zeit spätestens das 4. Jahrhundert.Zacher setzt sie ans Ende des dritten, und er nennt die griechische Er-zählung eine alerandrinische Loealsagc, die mit anderen in Alexandriaumgehenden Sagen über Alexander von einem sehr mittelmäßig gebilde-ten Laien ans mündlichen Mittheilungcn zn einem ungeschickten Ganzenvereinigt und später von» einem Griechen verbessert sei. Nach Osten^Hund Westen hin trieb nun dieser Stamm ägyptisch-griechischer Sage seineungeheuer verzweigten Achte. Das Werk ging im 5. Jahrhundert inarmenische Uebersetzung über; die christlichen Morgenländer, jüdischeSchriftsteller, einzelne Araber wie Abul Faradsch verbreiteten die Aleran-dcrsage des falschen Kallisthenes. Ans anderen, immerhin verwandtenalexandrinischen Quellen scheint dann Abu Thaher von TartcssuS ge-schöpft zu haben, und aus ihm, oder wieder aus anderen immer dort-her geleiteten Kanälen zogen die Firdusi, Masudi, Nisami u. A. ihreAlerandergcschichtcn, wo dann in allen die Hauptzügc der ägyptischenSage unter einzelnen Abweichungen wiedcrkehren. Wesentlich cigcn-thümlich ist dein Oriente nur die Verschmelzung Alexanders mit demmythischenZweigehörnten", dem Dhul Kamin des Koran, dem Erbauerdes Walls gegen Gog und Magog; eine Identität, welche die gcschicht-kundigeren Araber, wie Abulfeda, selbst in Abrede stellen. Neben diesenVerästnngcn der morgcnländischcn Sage trieb dann derselbe Sagenstammauch im Abendlande zunächst zwei Hauptzweige lateinischer Abfassung:in der Uebersetzung des Julius Valerius aus dem 4. Jahrh., der vonAngelv Mai (l8l7) hcrauögegeben wurde, und in dem über «Io pioIÜ8,

21l>) Im 2. Bande seines Lambrecht'schen Alexander.

217) Vgl. über das Einzelne! Fr. Spiegel, die Alerandersage bei den Orientalen.Leipzig 1851.