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1 (1853)
Entstehung
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210
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210 Nebergang zu der ritrerl. Poesie der hohenstauf. Zeit.

Zeiten auch manches wohl namenlos geblieben wäre. Das Volkömäßigein den Epen ist durchaus nur als gradweise unterscheidbar und geschicht-lich bestimmbar. Historische Anlehnung ist die erste Bedingung; langeungestörte Entwickelung und Reife ohne das Zuthun von Knnstsängcrnmuß hinzukommcn. Auf diese Weise blieben die Dietrich- und Siegfried-sagcn vcrhältnißmaßig gesichert. Wenn der Dichter des Biterolf (oderDictlicb) einerlei Person mit dem der Klage ist, wie man annimmt, sosicht man, welche Scheu derselbe Mann vor dem Einen Gegenständehatte, selbst wenn es denkbar wäre, daß er das ganze Gedicht der Klageersonnen hätte, und welchen Leichtsinn vor dem anderen, selbst wenn erälteren Heldenliedern dabei gefolgt wäre. Im Biterolf''"), der amEnde deS 12. Jahrhunderts gedichtet ist und einem älteren, wahrscheinlichwie bei der Klage lateinischen Gedichte folgt, ist Geist und Manier derbritischen Dichtungen, die wir bald werden kennen lernen, vielleicht nichteinmal in alte deutsche Sagen gedrungen, sondern der fahrende Dichter,den man in Stcier zu Hause glaubt, hat sich verleiten lassen, den briti-scheu Romanhelden und Abenteurern einen oder zwei deutsche gcgenübcr-zustcllcn, und hat geschickt bei großer Kcnntniß der deutschen Sagen seineErdichtungen in irgend einen willkürlich heranögcgrifsenen Zeitraumeingcschobcn. Er bemächtigt sich der Züge deutscher Sage, schildertKämpfe und Fahrten, schließt noch die Liebe und den Francndienst aus,hält die beliebten Riescnspäße fest und dergleichen inehr. Der Aufbauaber ist ganz der der britischen Romane; ein Vater (Biterolf) von seinerHeimat getrennt; ein Sohn (Dietlicb), der in täppischer Unbeholfen-heit, dreizehn Jahre alt, auözieht ihn zu suchen und der ganz den Heldender britischen Gedichte gleicht. Dabei ist dann die Vers- und Reimweiseder höfischen Dichter, wie in dieser aus Frankreich Angeführten Gattung,angenommen, die sonst den Dichtungen dieses Sagenkreises fremd ist;die Trockenheit aber, welche in den älteren britischen Romanen herrscht,ist vertauscht mit einem größcrn Umfang, wie ihn die Franzosen lieben,mit einem gewissen leichtsinnigen Ton der Erzählung und manchen Eigen-heiten, die der Volksdichtung anklcbten, von den höfischen Dichtern aberabgelegt wurden. Wenn Ruother durch die Lieblichkeit einzelner Stellen,wenn Ernst durch seine Bestandthcile fesselt, so ist dagegen der Biterolfeine durchweg langweilige und leere Reimerei. ES ist unglaublich, wiediese Dichter, gleich phantasievollcn Knaben von frühreifer Bildung, un-geheure Massen von Versen aus den Aermeln schütteln, wo man oft in

LI5) In der Sammlung von Bnsching und von der Hagen. 3. Bd.