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1 (1853)
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207
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Veränderungen in der deutschen Volksdichtung.

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einen un^evüeAen sein»!, äar 62 bin rviiler i» dar mee eiluck! Der Raberichtet sein Geschäft aus, soll durch Aaron sein Leben verlieren, die Toch-ter aber erhält ihn und erklärt sich willig, Oswalds Gemahlin zu wer-den. Auf der Heimreise sendet das himmlische Kind einen heftigenSturmwind, daß sich der Rabe wohl dreimal übergab. Der Ring derFürstin siel ihm ins Meer, er wendet sich an einen Einsiedler, ans dessenGebet ein Fisch sofort den Ring wkederbringt. Oswald fragt den Heim-gekehrten ungeduldig um Nachrichten, er begehrt aber erst zu essen und zutrinken, daun will er Weisheit mit ihm pflegen. Der König zieht miteinem Krcnzheer auS; erst vor AaronS Burg fiel ihmein, daß erdenRaben mitzunehmen vergessen, was eine Bedingung des Gelingens war.Gott schickt ans das dcmüthige Gebet des ganzen Heers einen Engel anden Naben, der sich aber nicht sehr bereitwillig finden läßt, und wiederüber Köche und Kellner klagt. Der Engel überlistet ihn aber und bringt'sdahin, daß er fliegt. Oswald legt sich als Goldschmied vor die Burg,und nach langem vergeblichen Harren läßt er einen vergoldeten Hirschlaufen; während Aaron diesem uachsetzt, flieht die Tochter durch dasThor, das ihr ein Gebet öffnet, zu Oswald. Den Geflohenen setzt Aaronnach; sein ganzes Heer wird erschlagen, aus Oswalds Gebet steht esaber wieder lebendig auf. Sie werden getauft; nun haben wir, sagensic, den Tod überwunden, leben wir nun immer? Oswälv eröffnet ihnenaber, daß sie noch alle dieses Jahr sterben würden, da wollen sie lieberalle gleich sterben. Noch ehe der Oswald der Wiener Handschrift ver-öffentlicht war, hatten wir gezwcifclt, daß in den älteren Gedichten derWitz und der Spott auf die Ilebertreibnngcn der Legende so vorgchcrrschthaben könnte. Wirklich fand es sich so, daß in jener älteren Ge-stalt zwar die Aufforderung zu der komischen Ausführung der späterenZeiten liegt, daß aber der ganze Ton viel ernster und naiver und demstrengen Geiste des 12. Jahrhunderts angemessener ist. Der Warmunddes jüngeren Gedichtes heißt fast geradezu Tragemund und erscheint hierund im Orendel mit der stets wiedcrkehrcnden Zahl 72 wie im Trage-mundslied; die schnurrigsten Einfälle und Possen in den Geschichten dcSRaben und sonst, der letzterwähnte Scherz über das ewige Leben dererweckten Todten sind hier nicht zu finden.

Das lange vorenthaltene Gedicht von Orendcl^H hat, wie einst1512 bei der Ausstellung des Trierer Rocks die Ausgabe jenes Jahres

214) Nus dem Druck von 1512 und der einzigen Handschrift vom Jahr 1477herausgegeben von von der Hagen 1814, übers, von Simrock. Stuttg. 1845.