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1 (1853)
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201
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Veränderungen in der deutschen Volksdichtung. 201

all daS, was wir hier anführen, aber leider ohne das Talent, das wirhinznverlangtcn. Es läßt uns auf eine alte Volkösagc zurückblickcn, dieaber ganz aus ihren Verhältnissen gerückt ist. In der Viltinasage, diezwar bedeutend jünger ist als unser Gedicht, das anö Ende des 12. Jahr-hunderts um1180fällt, findet sich cineErzählungvonOsantrir(Oserich),die in allen wesentlichen Zügen mit dein König Ruother zusammen-stimmt, aber überall ein größeres Alter, die deutlicheren Züge roher Hel-dcnzeit verräth, die in dem mehr ritterlich gehaltenen Ruother verwischtfind, wo sich an die Stelle der Kämpfe und Thaten schon sittliche undreligiöse Reden und in die Wildheit der Niesen christliche Bekehrung ein-gedrängt hat. Nicht allein hierin zeigt sich eine Anbegucmung der Sagean spätere Sitten und Zeiten (die früher übrigens noch reiner eristirthaben muß, indem die Erzählung der Viltinasage neben ihren älterenZügen auch die einer noch späteren Entstellung nach dem Charakter des13. und 14. Jahrhunderts trägt), sondern die Namen sind auch vielfachverändert, der Schauplatz ist nach Konstantinopel und Italien verlegt,da er vorher in Hunaland und Wiltmaland (Wilzcnland) war. Dieseneue Ocrtlichkeit der Sage zu erklären, hatte man sich früher wunderbargequält, weil mau die großen Einwirkungen des Zeitgeistes auf die keckeUmgestaltung der Dichtungen nicht in Anschlag brachte, weil man dieWillkür der Dichtenden nicht so groß, die Volksthümlichkeit der Dichtun-gen nicht so gering denken wollte, weil mau ein Geschlecht annahm, dasvon dem unsrigen verschiedener gedacht ward, als es die menschliche Na-tur erlaubt. Die Sache löste sich ganz einfach, seitdem Willen in einerBeilage zu seiner Geschichte der Kreuzzüge gezeigt^«), daß sehr auffallendeBeziehungen zwischen dem Inhalte dieses Gedichtes und den Zuständendes byzantinischen Hofes zur Zeit des Kaisers Alcrius und dem Zusam-menstoß der Kreuzfahrer mit diesem Hofe Statt haben. Sic vcrratheneinen Dichter, der nothwcndig in Konstantinopcl anwesend war, wasman auch schon früher vermuthct hatte, weil der Hippodromos (Podcra-mushof) erwähnt ist, und die Anrufung des St. GilleS u. dcrgl. noth-wendig eine Bekanntschaft des Dichters oder des neuen Bearbeiters mitprovenzalischcr Ritterschaft voraussctzt. Noch aber war dieser Bearbeiter,der also den Schauplatz verändert und die Namen vertauscht hatte, nichtder Dichter, welcher dem Werke die Gestalt, die wir kennen, gegeben hat.

msche Tert schon im 12.Jahrhundert mehr oder ganz hochdeutsche Ueberarbeitung erfah-ren hat.

2VK) Der fünften im 2. Bande. .