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1 (1853)
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Veränderungen in der deutschen Volksdichtung.

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Unmenschen, von dem Magnctberg, vom Lebcrmeer, unter welchem dasrothe oder das Nordmeer verstanden ist, vom Raube der Greifen u. dergl.schon vor, in und nach der Zeit dieser deutschen Bearbeitungen des Her-zog Ernst waren, haben Grimm und die Herausgeber des Gedichtes nnch-gewieseiw^). Die griechischen Sagen von Troja und Alexander waren zujenen Zeiten schon weit bekannt; aus Lambrechts Alexander ist gewiß,daß auch die Reisen des Apollonius von Tyrland, die so deutlich dasOrientalische und Griechische einführen, in deutschen Gedichten schon im12. Jahrhundert gelesen wurden, obgleich wir davon nur eine vielspätere Dichtung übrig haben. Diese Länder- und Naturwunder, habenwir oben gesehen, beschäftigten schon im 10.11. Jahrhundert dieMönche und die Gelehrten, denen sie hauptsächlich durch Jsidor's Ency-clopädie entgcgengebracht waren; sie wurden schon damals in Vulgar-gedichtcn dem Volke mitgethcilt; sie wurden allmählig wie die Legendenund Fabeln Allgemeingut der westlichen Welt.

Im H.erzog Ernst ist geschichtliche Volkssage mit verwandter Ge-schichtssagc zusammcngeschobcn; die Helle der Zeit aber, in die ihreEntstehung und Fortbildung fiel, machte schon, daß überall die Fugensichtbar und die verschiedenen Materialien selbst innerhalb der geschicht-lichen Sage abgelockert sind, von dem willkürlichen Zusatz der Wunder-reisen gar nicht zu reden. Diese Art von Volköpoesie war ihrem Endenahe; denn der heimatliche Gesichtskreis ward allmählig klar, die Heldendes Tages kamen mit ihrem Ruhm in die Blätter der Geschichte mehr alsin den Mund der Sage. Das Vaterland konnte nicht mehr ein Land derWunder und Dichtung bleiben, als Konstantinopel und das heilige Graballe Wunderstätten verdunkelten, so wenig wie der Mönch jetzt noch der Pfle-ger der Dichtung bleiben konnte, da der Rittersmann das Heft der Wclt-begebenheiten in der Hand hatte und die Thaten verrichtete, die ihn mitden Helden der Heroendichtung und der Märtyrerlegende zugleich wett-eifern ließen. In diesen Sätzen liegt die Erklärung einer Reihe von Ver-änderungen, die jetzt mit der heimischen Sage plötzlich vorgingen. Solltenun noch fernerhin ein ausgezeichneter Mann der Geschichte dichterischverewigt werden, so rückten ihn die Fahrenden, wie wir sagten, noch vielwillkürlicher, als man cs schon früher mit dem Bischof von Passau inden Nibelungen gethan hatte, wenigstens mit dem Namen in eine alteSage an die Stelle eines alten Helden, wie es mit Heinrich dem Löwengeschah, wie es im Wigalois sichtbar ist. Oder man dichtete geradezu

sor) Grimm in den Heidelb. Zahrb. 1808.